Kreis Heinsberg - Warnstreik bei der AWO: Demo in Heinsberg

Warnstreik bei der AWO: Demo in Heinsberg

Von: disch
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Auch die Kita der Arbeiterwohlfahrt in Hückelhoven-Ratheim soll nach Gewerkschaftsangaben vom Warnstreik betroffen sein. Symbolfoto dpa

Kreis Heinsberg. Die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft Verdi hat in einer Presseinformation für diesen Donnerstag und für Freitag einen Warnstreik bei der Arbeiterwohlfahrt (AWO) in Nordrhein-Westfalen angekündigt. Betroffen ist, wie auf Nachfrage von der Gewerkschaft zu erfahren war, auch eine AWO-Kita im Kreis Heinsberg: in Hückelhoven-Ratheim.

Ob es zu dort einer Schließung kommt oder ob dort eine Notgruppe eingerichtet wird, konnte Gewerkschaftssekretärin Annegret Hackmann am Mittwoch allerdings nicht einschätzen. Der Kreisgeschäftsführer der Arbeiterwohlfahrt, Andreas Wagner, sagte am Mittwoch auf Anfrage: „Wir als Arbeitgeber sind von Verdi offiziell in keinster Weise informiert worden, dass wir bestreikt werden.“

Gleichwohl habe es natürlich entsprechende Gerüchte gegeben. Vorsorg­lich seien deshalb auch die Eltern in allen zehn Kitas der AWO im Kreisgebiet informiert und Notfallpläne für den Bedarfsfall erstellt worden. Mit Blick auf die von Verdi am Mittwoch genannte Kita in Ratheim erklärte Wagner, dass sie geöffnet sein werde; es werde dort eine Notgruppe geben.

Die große Tarifkommission der Gewerkschaft habe diesen zweitägigen Warnstreik „als Antwort auf die Zumutung der Arbeitgeberseite“ beschlossen, heißt es in einer Erklärung von Verdi. Bei der letzten Verhandlungsrunde für die 36.000 Tarifbeschäftigten am 29. September in Altastenberg habe die AWO als Voraussetzung für weitere Verhandlungen eine Schlechterstellung der Erzieherinnen in den Kindertagesstätten gegenüber der Altenpflege und dem übrigen Sozialbereich genannt.

­Einen Sockelbetrag, wie er im öffentlichen Dienst vereinbart worden sei, verweigere die AWO strikt. Die von der Arbeitgeberseite ­vorgeschlagene Erhöhung der Löhne und Gehälter um angeblich 3,5 Prozent entpuppe sich durch die Leermonate im ersten Angebot bei den Erzieherinnen als ganze 1,9 Prozent bei einer Laufzeit von zwei Jahren, so die Gewerkschaftsdarstellung.

„Dieses Angebot ist eine Mogelpackung auf Kosten der Beschäftigten in den Kindertageseinrichtungen“, erklärte die Gewerkschaftssekretärin. Dies würden die Beschäftigten sich nicht bieten lassen, so Hackmann weiter. Die Gewerkschaft Verdi fordert nach eigenen Angaben die Erhöhung der monatlichen Einkommen um einen Sockelbetrag von 100 Euro zuzüglich 3,5 Prozent, die Erhöhung der Auszubildendenvergütungen um 100 Euro monatlich sowie einen Tag mehr Urlaub.

Mit dieser Grundforderung sei die Gewerkschaft auch in die Tarif-runde für die Beschäftigten in städtischen Kitas und Senioreneinrichtungen des öffentlichen Dienstes Anfang des Jahres gestartet.

Streikende – so kündigte Verdi an – sollen am Donnerstag mit zwei Bussen in Heinsberg eintreffen, um dort vor der Geschäftsstelle der AWO zu demonstrieren. Zur Erklärung verweist die Gewerkschaft darauf, dass der AWO-Geschäftsführer aus dem Kreis Heinsberg auf Arbeitgeberseite mit am Verhandlungstisch sitze.

Am Freitag soll Bochum das Ziel der Streikenden sein, wo nach einem Demonstrationsmarsch auch die zentrale Streikkundgebung geplant ist.

Der Heinsberger Kreisgeschäftsführer ­Andreas Wagner bezeichnete am Mittwoch sowohl den Warnstreik als auch die Demonstration als „unverständlich“ , weil es von Arbeitgeberseite ein Angebot gegeben habe, Verdi die Verhandlungen jedoch abrupt abgebrochen habe. Der nächste Verhandlungstermin steht nach Angaben von Wagner am 28. Oktober an.

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