Kreis Heinsberg - War Abschiebung in den Kosovo rechtswidrig?

War Abschiebung in den Kosovo rechtswidrig?

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Kreis Heinsberg. Die angeblich widerrechtliche Abschiebung einer Roma-Frau in den Kosovo durch die Ausländerbehörde des Kreises Heinsberg hat der Evangelische Kirchenkreis Jülich mit dem Superintendenten Pfarrer Jens Sannig an der Spitze in einer Presseerklärung beklagt, die am Freitagmittag veröffentlicht wurde.

Die Pressestelle des Kreises war zu diesem Zeitpunkt nicht mehr für eine Stellungnahme zu erreichen. Nach Darstellung des Evangelischen Kirchenkreises war die betreffende Person im Dezember „als alleinstehende, alleinreisende, gesundheitlich stark beeinträchtigte Roma-Frau nach Prishtina abgeschoben” worden. Als Roma hätte sie nicht abgeschoben werden dürfen, behauptet der Evangelische Kirchenkreis unter Hinweis auf einen Erlass des Landes NRW. Die Abschiebung sei rechtswidrig gewesen.

Der Evangelische Kirchenkreis, so heißt es in der Erklärung vom Freitag weiter, sei bereit, in einem Gespräch mit Landrat und Kreisverwaltung zu klären, „wie es zu einer solch gravierenden und für die betroffene Frau folgenreichen Fehlentscheidung kommen konnte”. Nicht zuletzt sei dem Kirchenkreis daran gelegen, „dass sich derartige Menschenrechtsverletzungen in Zukunft nicht wiederholen”. Schließlich erwarte der Kirchenkreis, dass das Ausländeramt des Kreises Heinsberg zeitnah und zügig die Rückführung der Frau nach Deutschland betreibe.

Weiter ist in der Erklärung des Kirchenkreises zu lesen: „Wir sind uns sicherlich mit dem Landrat des Kreises Heinsberg und seinen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern darin einig, dass der Umgang gerade mit traumatisierten Flüchtlingen (die sicherlich lieber ungefährdet in ihrer Heimat als bei uns in einer fremden Umgebung leben würden, die sich aber ihr Schicksal nicht haben aussuchen können) Sorgfalt, Fingerspitzengefühl, Menschlichkeit und Hilfsbereitschaft erfordert. Nicht zu reden von der Beachtung vorhandener Rechtslagen und Erlasse.”
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