Vorsorgeuntersuchungen sollten in Anspruch genommen werden

Von: defi
Letzte Aktualisierung:
9734565.jpg
Zum Heinsberger Männergesundheitstag der Prostatakrebs-Selbsthilfegruppe Heinsberg hieß der Vorsitzende Paul Prus (rechts) Dr. Waldemar Krings, Landrat Stephan Pusch und Professor Dr. Herbert Sperling (von links nach rechts) willkommen. Foto: defi
9734561.jpg
Dr. Albert Kaufmann referierte am ersten Veranstaltungstag der Prostatakrebs-Selbsthilfegruppe Heinsberg. Wilhelm Wolters, Kassenwart und langjähriger Vorsitzender der Gruppe, begrüßte ihn. Foto: defi

Kreis Heinsberg. Die Prostatakrebs-Selbsthilfegruppe Heinsberg hatte erstmals zum Heinsberger Männergesundheitstag unter dem Motto „Informieren – Helfen – Einfluss nehmen“ eingeladen.

Um die Sterberate vor allem auch durch Früherkennung zu senken, hat die seit dem Jahr 2008 bestehende Heinsberger Selbsthilfegruppe nun neue Wege beschritten und den Heinsberger Männergesundheitstag ins Leben gerufen. Zwei Informationsveranstaltungen mit insgesamt vier Referenten hatte die Selbsthilfegruppe auf die Beine gestellt.

Schon am Auftaktabend waren 40 Besucher in die Cafeteria des Krankenhauses in Heinsberg gekommen.

Vorsitzender Paul Prus sprach in seiner Begrüßungsrede die Hoffnung aus, dass der Männergesundheitstag mit dazu beitragen werde, dass auch „das starke Geschlecht“ zukünftig vermehrt die Vorsorgeuntersuchungen in Anspruch nehmen werde, so wie es bei Frauen schon lange üblich sei. „Vielleicht wäre es ja eine Möglichkeit“, so Prus, „wenn Frauen für ihre Männer einen Vorsorgetermin vereinbaren.“

Der Referent des ersten Veranstaltungstags, Dr. Albert Kaufmann vom Prostatakarzinom-Zentrum der Maria-Hilf-Kliniken Mönchengladbach, widmete seinen Vortrag dem Thema „Inkontinenz nach Prostata-Operation – was nun?“. Kaufmann erläuterte die verschiedenen Behandlungsmethoden der Harn-Inkontinenz. Albert Kaufmann sagte: „Wichtig ist, dass man darüber informiert, dass man gegen Inkontinenz etwas tun kann.“ Häufig führe die Problematik bei den Betroffenen zu einer sozialen Isolation, sie würden sich nirgendwo mehr hin trauen. Eine medikamentöse Behandlung, Beckenbodengymnastik oder auch eine Operation würden aber in den meisten Fällen eine vollständige Heilungsquote der Inkontinenz ermöglichen.

Ansprache vom Landrat

Die zweite Veranstaltung im Rahmen ihres Heinsberger Männergesundheitstags richtete die Selbsthilfegruppe im Kreishaus in Heinsberg aus. Landrat Stephan Pusch sagte in seiner Begrüßungsansprache: „Obwohl es eigentlich alle Männer angeht, ist das Thema Prostatakrebs eines, das man als Mann gerne verdrängt.“ Urologen und Onkologen, so Pusch, würden sich nach der erfolgten Diagnose Prostatakrebs mit allen medizinischen Mitteln gegen die Krankheit stemmen, doch neben der medizinischen Unterstützung sei bei einer solch schwerwiegenden Krankheit mehr vonnöten.

Plötzlich bestimmten Angst und Verunsicherung den Tagesablauf des Patienten. Die Familie, vor allem aber auch der Kontakt zu Leidensgenossen würden dem Betroffenen den notwendigen sozialen Rückhalt im Kampf gegen den Krebs bieten. Pusch sagte weiter: „Deshalb sagt die Selbsthilfegruppe völlig zu Recht: ,Gemeinsam sind wir stark. Bei uns können Sie über alles offen reden.‘“

Drei Referenten informierten die 40 Besucher im großen Sitzungssaal des Kreishauses unter verschiedenen Aspekten umfassend über den Prostatakrebs. Professor Dr. Herbert Sperling vom Prostatakarzinom-Zentrum der Maria-Hilf-Kliniken Mönchengladbach ging auf die interdisziplinären Behandlungsmethoden ein, bei denen Strahlungstherapeuten und Urologen gemeinsam mit anderen Ärzten sich um die Genesung des Patienten bemühen. Oberarzt Dr. Waldemar Krings von der Klinik für Strahlentherapie der Maria-Hilf-Kliniken Mönchengladbach sprach zum Thema „Bestrahlung der Prostata: Brachytherapie, perkuane Bestrahlung“. Und Dr. Vera Lehnen-Holtum von der Gemeinschaftspraxis für Allgemeinmedizin, Psychotherapie, Palliativmedizin und Psycho-­Onkologie in Hückelhoven-Ratheim ging in ihrem Vortrag mit dem ­Titel „Diagnose Krebs – was nun?“ auf die psychischen Belastungen ein, denen der Krebspatient und seine Angehörigen ausgesetzt sind.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert