Heinsberg - Vorschläge fallen auf fruchtbaren Boden

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Vorschläge fallen auf fruchtbaren Boden

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Theo Krings (links) und Angelika Braumann (hinten, Mitte) nach einem Konzert in Valle de la Pasqua. Repro: Petra Wolters

Heinsberg. „Jedem Kind ein Instrument”, das musikalische Förderprojekt des Landes NRW, das seit 2007 auch in Heinsberg durchgeführt wird, hat ein großes Vorbild in Südamerika, genauer in Venezuela.

José Antonio Abreu, Musiker, Politiker und Ökonom, hat hier 1975 mit zwölf Kindern aus sozialen Brennpunkten das erste Jugendorchester gegründet, um mit Musik durch „Disziplin und Humanität” die Gesellschaft positiv zu beeinflussen. Damit schuf er zugleich die Keimzelle von „El Sistema”, in dem inzwischen auch zwei Deutsche aktiv sind: Theo Krings, Leiter der Jugendmusikschule Heinsberg, und seine Lebensgefährtin Angelika Braumann, Geigerin und Leiterin der Jugendmusikschule in Siegen.

In „El Sistema” werden über ganz Venezuela verteilt in „Nucléos”, einer Art lokaler Musikschulen, mittlerweile 250.000 Kinder im Alter ab zwei Jahren kostenlos unterrichtet. Das Projekt gilt weltweit als Beweis für die soziale Komponente der musisch-kulturellen Erziehung und steht Pate für zahlreiche Projekte nicht nur in der dritten Welt.

Neben seiner sozialen Relevanz steht mittlerweile auch sein musikalisches Niveau im Fokus der Aufmerksamkeit. So hat etwa das „Simón Bolivar Youth Orchestra of Venezuela”, das aus dem System hervorgegangen ist, einen wahren Siegeszug durch die wichtigsten Konzertsäle in der Welt angetreten.

Im vergangenen Jahr hat daher der Deutsche Musikrat gemeinsam mit der Unesco 16 deutsche Musiklehrer für vier Monate nach Venezuela entsandt, um im „Sistema” zu unterrichten und einen Know-how-Transfer in beide Richtungen in Gang zu bringen. Eine im Team war Angelika Braumann. Bei ihrem Vorspiel in Berlin hat Theo Krings sie am Klavier begleitet. „Selbst bewerben konnte ich mich zunächst nicht, da für das Projekt nur Orchesterinstrumente gesucht wurden”, erklärt er.

Im vergangenen Jahr war seine Lebensgefährtin dann vier Monate lang in Venezuela. Die letzten vier Wochen verbrachte auch Krings privat vor Ort und beteiligte sich ehrenamtlich am Unterrichtsprogramm. „Ein Problem vor Ort ist, dass es kaum so genannte Repertoire-Pianisten gibt, die mit der Unzahl von Instrumentalisten, die Orchesterinstrumente spielen, Kammermusik und überhaupt Literatur in kleinerer Besetzung intensiv erarbeiten können”, berichtet er. Seine Vorschläge seien da auf fruchtbaren Boden gefallen. In diesem Jahr waren sie erneut in Venezuela, und auch für das kommende Jahr gibt es schon wieder eine Einladung.
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