Vor Weihnachten muss ein Sika-Hirsch dran glauben

Von: wer
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Wassenberg-Myhl. Einmal im Jahr, meist vor Weihnachten, kommt ein Jäger, der zufällig auch Polizist ist und erlegt in Myhl in einem kleinen Wildgehege hinter der Kirche (Gebiet Justusberg) einen Sika-Bock.

So war es auch dieses Jahr. Doch diesmal hat sich eine Anwohnerfamilie beschwert, und die Grünen haben die Sache zum Gegenstand eine Anfrage an den Bürgermeister gemacht: „Vom Balkon eines Wohnhauses aus wurde ein Reh im Wildfreigehege erschossen. Ist die Benutzung von Schusswaffen zur Tierschlachtung in einem Wohngebiet erlaubt? Müssen Nachbarn und Kinder dem Erschießen von Tieren vom Privat-Balkon ungewollt zusehen?”

Und schließlich: Wie stehe es mit eventuellen Querschüssen. „Ein Bauer erschießt seine Kühe ja auch nicht auf der Weide”, so Robert Seidl von den Grünen. Er hat sich schon an das städtische Ordnungsamt gewandt.

Dort hat man ihm mitgeteilt, dass die Zustände rechtmäßig sind. Dies bestätigt der Besitzer des Geheges. Sogar die Waffe, ein Spezialgewehr, sei eigens für diesen Zweck amtlich registriert, sagt er im Gespräch mit unserer Zeitung.

Der Besitzer des Geheges schießt selbst nicht, sondern lässt dafür einen Spezialisten, der einen Jagdschein hat, kommen. Er halte die Tiere nicht aus kommerziellen Gründen, sondern als Hobby, so der junge Mann. Es seien sieben Stück Sika-Wild auf 4000 Quadratmetern. Das Gelände ist ansteigend, mit Wald bedeckt, nach hinten zum großen Teil nicht bebaut.

Der Eigentümer will Inzucht unter seinen Tieren verhindern. Deshalb werden regelmäßig einige entnommen. Bei Jungtieren sei das unproblematisch. Sie werden betäubt. „Aber versuchen Sie mal einen Sika-Hirsch zu fangen. Das geht gar nicht.”

Deshalb werde mit amtlicher Genehmigung etwa ein Tier pro Jahr erschossen. Die meisten Bewohner der Siedlung kriegen nichts davon mit und wissen nichts davon. Anderen dagegen geht der peitschende Schuss durch Mark und Bein...
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