Heinsberg - Von Heinsberg aus in alle Teile der Republik

Von Heinsberg aus in alle Teile der Republik

Von: Anna Petra Thomas
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Zufrieden mit der Liveübertra
Zufrieden mit der Liveübertragung aus Heinsberg: Martin Blachmann, Leiter Redaktion Religion des WDR, Klaus Nelißen, WDR-Beauftragter für die Bistümer in NRW, der Aachener Rundfunkbeauftragte Dr. Peter Dückers und Propst Markus Bruns (von links).

Heinsberg. „Tief im Westen” sprach Propst Markus Bruns am Montagmorgen im Heinsberger Selfkantdom mit Worten Herbert Grönemeyers. Damit begrüßte er nicht nur die vielen Gläubigen, die in die Pfarrkirche St. Gangolf gekommen waren, sondern auch einige Hunderttausend Menschen vor den Fernsehgeräten. <br />

Die ARD übertrug den Gottesdienst zum Pfingstmontag live aus Heinsberg.

Bereits am Freitag vor Pfingsten waren dazu zahlreiche Mitarbeiter des Westdeutschen Rundfunks (WDR) mit großen Lkw und viel Technik angereist. Dabei ergab sich ein Problem, denn der Wagen mit den beiden großen Stromaggregaten für die notwendige Ausleuchtung des Gotteshauses kam einfach nicht um die Kurve. Mit Vermittlung des Bauhofs fand WDR-Techniker Reinhard Wiethoff aber schnell Hilfe in einem Heinsberger Unternehmen, das mit einem Lkw mit kurzem Anhänger die beiden Aggregate auf den Berg schaffte.

55 Mitarbeiter waren insgesamt mit Vorbereitungen und Übertragung der Messe beschäftigt. Rund 1300 Meter Kabel wurden dazu in der Kirche verlegt, 30 Lampen installiert auf Säulen aus Metallstreben, die mit Stoff in der Farbe der Säulen in der Kirche verkleidet waren. Fünf bemannte Kameras waren in der Kirche verteilt, dazu noch eine eigene für den Organisten, Kantor Ulrich Peters. Dieser hatte zudem während der Übertragung über einen Monitor Sichtkontakt mit dem Chorleiter, Regionalkantor Winfried Kleinen und seinem Chor im rechten Seitenschiff.

„Pfingsten verbindet Sprachen Völker und Nationen im gemeinsamen Geist”, hatte Bruns bereits in seiner Begrüßung betont. In der Predigt griff er diese Aussage auf. „Hier in Heinsberg sind wir Grenzgänger”, erklärte er und sprach dann ganz bewusst vom „Geist Europas”. Bei Europa würden viele nur an Geld und Wirtschaft, an Euro- und Finanzkrise, an Bürokratie und Regulierungswut denken, kritisierte Bruns. „Europa als Idee, als Wertegemeinsacht, als kulturelle Einheit in aller Vielfalt gerät dabei schnell aus dem Blick.” Die Dynamik von Pfingsten lade ein, in Bewegung zu kommen: Es brauche Mut statt Resignation, gefragt seien Begeisterung statt Gleichgültigkeit, forderte der Propst.

Verständliche Sprache

Leben heiße Gemeinsamkeit statt Abgrenzung und es brauche „mehr verständliche Sprache statt leere Worthülsen.” Wenn alle ihre Geistesgaben einbringen würden, ereigne sich Pfingsten auch heute noch: „bei uns, in unserem Leben und Zusammenleben, in der Kirche vor Ort und im Vereinten Europa: befreit und grenzenlos!”, schloss er. Die Fürbitten lasen anschließend fünf Schüler der Heinsberg Realschule, einer Unesco-Projektschule, in Deutsch, Englisch, Französisch, Niederländisch und Polnisch. Die jeweiligen Übersetzungen wurden für die Fernsehzuschauer eingeblendet. Beeindruckend, dass der Junge Chor St. Gangolf mit Solistin Monika Schumacher dazu auch in allen fünf Sprachen sang.

Historische Informationen über Heinsberg erhielten die Menschen in der Kirche und vor den Fernsehbildschirmen in der Meditation zur Kommunion, beeindruckend präsentiert von Diana Houben, die sich wie Heinz Aretz als Lektorin engagierte.

In St. Gangolf begegne der nachbarschaftliche Geist den Besuchern direkt am Portal, erklärte sie. Sein Bronze-Relief stelle bedeutende Personen aus dem Adelsgeschlecht der Herren zu Heinsberg dar. „Durch die Geschichte dieser Familie ist der Ort Heinsberg tief mit den Nachbarländern verbunden - so ist es kein Wunder, dass auf dem Portal auch Königin Beatrix der Niederlande zu sehen ist, deren Familientradition mit dem Haus Heinsberg verbunden ist”, sagte sie.

Das Pfingstfest sei ein Nachbarschaftsfest, ein Familienfest, das den Geist beschwöre, der helfe Grenzen zu überwinden, der Sprache finde wo Schweigen herrsche. „Wir Christen von Heinsberg wünschen Ihnen in diesem Geist: ein frohes Pfingstfest!”

Die Verantwortlichen des WDR waren begeistert von dem Engagement der Heinsberger. „Es ist für uns das erste Mal, dass eine Gemeinde eine Messe vorbereitet hat und damit in der Zeit bleibt. Sonst müssen wir immer zehn bis 20 Minuten kürzen”, erklärte Martin Blachmann, Leiter der Redaktion Religion.
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