Vom Landtag in die Landschaftspflege

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Im Düsseldorfer Landtag: Norbert Klöhn durfte überall einmal reinschauen, sogar in die persönliche Schublade am Platz der SPD-Abgeordneten Ulla Meurer im Plenarsaal. Foto: Lebenshilfe

Kreis Heinsberg. „Dort hinten ist der Rheinturm, nebenan der Landtag. Ohne Stau wären wir pünktlich da.” Für Norbert Klöhn ist es ein besonderer Arbeitstag, der um 10 Uhr mit einem Verkehrsstau in Düsseldorf beginnt.

Normalerweise arbeitet Norbert Klöhn in der Landschaftspflege der Lebenshilfe-Werkstatt für behinderte Menschen. Heute hat er einen ungewöhnlichen Arbeitstag: Er ist verabredet mit der SPD-Landtagsabgeordneten Ulla Meurer. Mit ihr wird er einen Tag gemeinsam arbeiten. „Herzlich willkommen in Düsseldorf. Wir müssen gleich los, es tagt der Ausschuss für Arbeit, Gesundheit und Soziales, da dürfen wir nicht fehlen”, begrüßt Ulla Meurer ihren neuen „Mitarbeiter”, der mit Verspätung im Landtag eintrifft. Die Kennenlern-Plauderei ist erst einmal auf das Mittagessen verschoben - man trifft sich ja schließlich zum Arbeiten.

Und schon ist Norbert Klöhn mitten in einer anderen Welt. Die Ausschusssitzung hat bereits begonnen, es findet eine Sachverständigenanhörung zur UN-Konvention zu den Rechten von Menschen mit Behinderung und ihren Umsetzungsmöglichkeiten in Nordrhein-Westfalen statt. Behindertenorganisationen und Interessengemeinschaften erläutern ihre Positionen. Norbert Klöhn verfolgt die Ausführungen der Redner. Der beeindruckende Blick aus dem großen Fenster auf den Rhein und den Stadtteil Oberkassel auf der anderen Flussseite lenkt jedoch jeden ab, für den die Arbeit im Landtag kein Alltag ist.

Wie weit ist es zur Altstadt? Wo hat Jürgen Rüttgers sein Büro? Wann zog der Landtag vom Schwanenspiegel an den Rhein? Norbert Klöhn nutzt den Tag, stellt viele Fragen, Ulla Meurer antwortet mit Geduld und bietet ihrem neuen Mitarbeiter viele Einblicke in ihre Arbeitsfelder.

Nächster Morgen, 9 Uhr, in der Werkstatt für behinderte Menschen. Heute sind die Rollen getauscht. Ulla Meurer tritt ihren Arbeitstag in der Landschaftspflege der Lebenshilfe an: „Endlich mal ein ganzer Arbeitstag an der frischen Luft!” Es geht raus zum jüdischen Friedhof in der Heinsberger Innenstadt. In diesem Job kennt sich Norbert Klöhn bestens aus. Heute erklärt er seiner Kollegin Ulla Meurer, wie man die Beete säubert, wo Blätter und Abfall hingebracht werden. Vom Blick auf den Burgberg sind beide angetan. Und Norbert Klöhn hat viele Fragen: „Wo fließt der alte Erlenbach, warum heißt er Mühlenteich? Wo genau wohnst Du hier in Heinsberg?” Ulla Meurer antwortet bereitwillig. Dabei vergessen die beiden hin und wieder das Laub zu fegen.

Warum Ulla Meurer den Blickwechsel mitgemacht hat? „Ich möchte einen anderen Blick auf die Dinge werfen. Der Job und die Kollegen in der Landschaftspflege sind toll, ich möchte wieder kommen und einen weiteren Tag mitarbeiten.” Auch Norbert Klöhn hat der Blickwechsel gefallen. Seinen Job gegen einen Abgeordnetenjob im Landtag tauschen kommt für ihn aber nicht in Frage: „Ich will lieber draußen arbeiten. Und auf die Fahrerei und den Stau jeden Tag habe ich eh keine Lust!”

Mit der Aktion Blickwechsel möchte die Lebenshilfe Heinsberg auf die Belange von Menschen mit Behinderung aufmerksam machen.

Die nächsten prominenten Mitarbeiter stehen bereits fest: Die Kölner Musikgruppe De Räuber hat sich für die Aktion Blickwechsel beworben und wird im Frühjahr in der Werkstatt für behinderte Menschen mitarbeiten.

Mehr Informationen gibt es im Internet unter http://www.lebenshilfe-heinsberg.de.
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