Kreis Heinsberg - Vom Lagerfeuer bis zur Nisthilfe: Einblick in die Arbeit der Naturschützer

Vom Lagerfeuer bis zur Nisthilfe: Einblick in die Arbeit der Naturschützer

Von: hama
Letzte Aktualisierung:
5872014.jpg
Ein Pilz, zwei Steine, Geduld und Fachwissen: Schon hatte Hartmut Albrecht als „Blumammu“ Feuer gemacht beim Sommerfest vom Nabu. Foto: Karl-Heinz Hamacher

Kreis Heinsberg. Oft sind es die Kleinigkeiten, die das Besondere eines Festes ausmachen. Beim traditionellen Sommerfest der Nabu-Gruppe Rodebach-, Saeffelbach-, Kitschbachtal, das in Zusammenarbeit mit dem Nabu-Kreisverband ausgerichtet wurde, schien die Sonne, sehr viele Gäste kamen nach Gangelt-Langbroich, und der herrliche Vierkanthof der Eheleute Grothe bot wieder einen wunderbaren Rahmen für alle, die sich für unermüdliche Arbeit der Umwelt- und Naturschützer interessieren.

Am Eingang zum Hof hatte aber ein Kind einen Zettel mit ganz vielen Smileys aufgehängt: „Nehmen Sie sich ein Lächeln mit“, so lautete das charmante Angebot.

Die Tatsache, dass dieses Fest vom Nabu nur einmal im Jahr stattfindet, dies wohl nicht nur in der Tradition begründet, dass man solche Feste eben nicht öfter ­stattfinden lässt: Es muss auch mit der Regenerationsfähigkeit des ­Grothe-Teiches zusammenhängen. In diesem Teich dürfen die Kinder immer mit einem Kescher fischen und bekommen dann von Fachleuten erklärt, was ihnen da ins Netz gegangen ist. Danach braucht das Gewässer wohl wieder zwölf Monate, um sich „aufzufüllen“.

Aber der Teich hatte bei den Kindern Konkurrenz. Hartmut Albrecht führte als „Blumammu“ die Kinder zurück in die Steinzeit. Während der eine oder andere Knirps noch ungläubig staunte, als der Mann mit der Fellmütze aus ­einer Zeit berichtete, als es noch keine X-Box, keinen Gameboy und keinen Computer gab, zeigten sich alle begeisterte, als er den kurzen Weg von einem Pilz bis zu einem wärmenden Lagerfeuer erläuterte. Darin, in dem Feuer, erhitzte er Steine, mit deren Hilfe dann eine schmackhafte Gemüsesuppe gekocht wurde. Die Neuzeit-Variante der Speisenzubereitung zelebrierte Dieter Grün am Holzkohlegrill. In der Manier eines Hamburger Fischhändlers pries er die Waren an und brachte, bis auf eine Wurst, alles an die Gäste.

Es gab vor Ort auch interessante Einblicke in das frühere Leben in der Landwirtschaft mit der Sammlung von Klaus Grothe, die nicht nur so manches Trecker-Schätzchen birgt. „Artenschutz durch spezielle Nisthilfen“ war ebenfalls ein Thema an diesem Tag. Für viele Gäste war es verwunderlich, dass nicht nur den klassischen Gartenvögeln Nisthilfen im Privatbereich angeboten werden können, sondern auch den selten werdenden Hohltauben, Steinkäuzen und Schleiereulen.

Wer sich über die Arbeiten der Nabu-Aktiven informieren wollte, brauchte Zeit. Umfangreich das Programm, bei dem natürlich der Kopfweidenschnitt, das Anbringen von Bruthilfen oder die grenzüberschreitende Kooperation mit den niederländischen Kollegen von Natuurmonumenten die bekannten Eckpunkte sind. Das Blänken-Projekt beispielsweise ist weit fortgeschritten und soll in der Nähe des Wildparks und in Wehr jetzt seine Fortführung erfahren. Blänken sind Tümpel, flache, natürliche Wasseransammlungen, die als höchst wertvolle Biotope und kulturelle Strukturelemente gelten. Maria Jacobs hatte wieder seltene einheimische Pflanzen gezüchtet, die gegen Kostenerstattung weitergegeben wurden. Wichtig ist bei diesem Fest in Langbroich aber auch immer das Zusammentreffen der Gäste.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert