Volksmusikerbund diskutiert über die eigene Zukunft

Von: jwb
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Bei den Treffen des Volksmusikerbundes: Michael Rosenkranz moderierte den Dialog mit den Mitgliedsvereinen. Foto: Bindels

Kreis Heinsberg. Der Kreisverband Heinsberg vom Volksmusikerbund NRW hatte eingeladen zu offenen Diskussionen über die Zukunft des Verbandes. Um allen 75 Mitgliedsvereinen im Kreis die Beteiligung zu ermöglichen, gab es an drei unterschiedlichen Standorten und zu verschiedenen Zeitpunkten dieses Angebot des Kreisvorstandes zum Dialog.

So konnte der Vorsitzende Heinz Musch in Oberbruch die Mitgliedsvereine aus dem Stadtgebiet Heinsberg und aus dem Südkreis begrüßen. „Der Vorstand ist seit Jahren nur zur Hälfte besetzt, die Stellvertreterposten gar nicht mehr. Wir sind vom Vorstand an die Grenzen der Belastung gekommen.

Einige Vorstandsbereiche liegen deswegen brach und können nicht erledigt werden“, erläuterte der Vorsitzende den aktuellen Zustand des Kreisverbandes, der auch in Form eines Hilferufes auf der verbands­eigenen Homepage zu lesen sei. Es gehe um die zukünftige Weiterentwicklung, aber auch um Lösungen, die Aufgaben auf mehr Schultern zu verteilen, fügte er an.

Als Moderator für die Treffen stand Michael Rosenkranz, Vorsitzender der Landesmusikjugend und des Kreisverbandes Düren zur Verfügung. Mit modernen methodischen Ansätzen zu einem offenen, aber ergebnisorientieren Vorgehen gestaltete Rosenkranz professionell im Team mit Bernhard Knoben (Kreisfachleiter für Blasmusik) und Rolf Brock (Kreisfachleiter für das Spielmannswesen) vom Vorstand des Kreisverbandes Heinsberg das Gespräch.

So teilten die Vereine in einem ersten Schritt mit, welche Bedarfe an den Kreisverband sie vermissten und sich als zukünftige Unterstützung wünschen würden. Diese Informationen wurden in Schlagworten und prägnanten Begriffen in einem Schaubild verdeutlicht. Dabei fielen Stichworte wie Nachwuchsarbeit, Öffentlichkeitsauftritt, aber auch fachliche Beratung zum Thema Rechtssicherheit beim Führen eines Vereins.

Im nächsten Schritt präsentierte das Leitungsteam um Michael Rosenkranz die Bedarfe in der Zuordnung zu schon vorhandenen Angeboten des Kreisverbandes. So wurde den Vereinen deutlich gemacht, was strukturell schon beim Kreisverband vorhanden, aber anscheinend nicht bekannt ist. Ebenso aber wurde deutlich, welche Bedarfe der Vereine vom Verband durch die Unterbesetzung nicht abgedeckt werden können.

In einer ersten Ergebnisrunde zeigte sich: Zufrieden sind die Vereine mit dem Ehrungswesen. Als verbesserungswürdig beziehungsweise erwünscht wurden genannt: Öffentlichkeitsarbeit, Unterstützung der Vereine in der Nachwuchs- und Jugendarbeit, bevorzugte Beachtung von Mitgliedsvereinen, die sich im Kreisverband beteiligen und Verbandsarbeit des Vorstandes unterstützen, Hilfestellung bei der Beantragung von öffentlichen Fördergeldern sowie weiterer Ausbau von Kooperationen mit den Schulen.

Übereinstimmend wurde festgestellt, dass zunächst die Aufgaben auf viele Schultern verteilt werden müssten, bevor die gewünschten Schwerpunkte realisiert werden könnten. In Workshops zu den Schwerpunktthemen könnte ein Weg bestehen, das Interesse an der Mitarbeit zu wecken.

Außerdem wurde eine projektorientierte Struktur angedacht. Für ein zeitlich begrenztes Projekt sollen sich Arbeitsgruppen aus den Mitgliedsvereinen bilden, um eine Vorstandsfunktion zu unterstützen oder kommissarisch zu übernehmen. Dies könne die Vorstandsarbeit des Kreisverbandes entlasten, ohne dass sich jemand auf Jahre binden müsse. Dieses Modell wurde vom Vorstand favorisiert.

Bernhard Knoben formulierte auch dessen Position und die aktuellen Nöte prägnant: „Ich bin im Vorstand, weil ich Musik mache. Wenn dafür aber keine Zeit mehr übrig bleibt bei all der Vorstandsarbeit, dann gebe ich lieber das Vorstandsamt auf.“

Kreisvorsitzender Heinz Musch bedankte sich bei den Anwesenden und dem Moderatorenteam und äußerte sich zuversichtlich, dass der erste Schritt auf einem positiven Weg zur Zukunft des Verbandes gemacht worden sei. Der Vorstand sagte zu, die Arbeitsergebnisse und die Schwerpunkte zusammenzufassen und den Vereinen zu präsentieren.

Ohne die Bereitschaft, projektorientiert und temporär den Kreisvorstand zu unterstützen, werde kaum eine Veränderung stattfnden können. Diese Bereitschaft zur Unterstützung bleibe eine Voraussetzung und grundsätzliche Forderung des Vorstandes an die Vereine.

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