Volksbank Haaren favorisiert die Selbstständigkeit

Von: disch
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Favorisiert die Selbstständigkeit der Volksbank Haaren: Vorstandsmitglied Hubert Jütten.

Kreis Heinsberg. Die Einschätzung von Dr. Veit Luxem, dem Sprecher der Genossenschaftsbanken im Kreis Heinsberg und Vorstandsvorsitzenden der Volksbank Erkelenz, dass es „auf lange Sicht“ kreisweit nur noch ein einziges genossenschaftliches Geldinstitut geben wird, hat Widerspruch ausgelöst.

„Da haben wir eine total andere Auffassung“, erklärte am Freitag Hubert Jütten, Vorstandsmitglied der Volksbank Haaren. So hat die Berichterstattung zum Thema Bankenfusionen – ­einerseits ­zunächst über die von Heinsberger Volksbank und Raiffeisenbank Heinsberg angestrebte Fusion und andererseits danach über die Vision von einer einzigen kreisweiten Genossenschaftsbank – gleich mehrfach für Aufsehen gesorgt. Mit Blick auf den voranschreitenden Konzentrationsprozess hatte Luxem am Donnerstag bei der Bilanz-Pressekonferenz auf eine entsprechende Frage geantwortet: „Das ist eine Frage der Zeit.“ Luxem hatte unter anderem auf den ­Kostendruck verwiesen, der auf den einzelnen Banken laste. Eine Prognose über den Zeitpunkt der Entstehung einer solchen kreisweiten Bank wollte er aber nicht abgeben.

„Wir favorisieren die Selbstständigkeit“, betonte Jütten am Freitag nach Lektüre des Zeitungsartikels mit den Aussagen von Luxem. Und Hubert Jütten, der gemeinsam mit Birgit Esser den Vorstand der Volksbank Haaren bildet, machte auch deutlich, warum die Selbstständigkeit favorisiert werde: „Weil wir uns wirklich als lokales Institut hier sehen.“

Denkbar ist für Jütten eigentlich nur ein Szenario, das in Haaren zu einem Umdenken zwingen würde: „Wenn sich die Gesetzeslage so verändert, dass es gewisse Bankgrößen geben muss, dann muss man sich dem natürlich beugen.“ Doch ansonsten kann er die immer wieder für Fusionen ins Feld geführten Argumente von einem schwierigen Wettbewerbsumfeld sowie Regulierungs- und Kostendruck nicht so ganz nachvollziehen. Er selbst habe im Laufe seiner 35-jährigen Tätigkeit als Vorstandsmitglied schon viele Regulierungen erlebt. Und er wisse auch, „dass es nicht einfach wird“, was den Kostendruck oder auch das niedrige Zinsniveau angehe, er halte aber die anstehenden Herausforderungen aus der jetzigen Einschätzung heraus für lösbar. Letztlich verfüge die Volksbank Haaren auch über Substanzwerte, um schwierige Jahre überstehen zu können.

Jütten erinnerte daran, dass die Volksbank Haaren 2004 zu den Gründungsmitgliedern der Interessengemeinschaft kleiner und mittlerer Genossenschaftsbanken gehört habe. „Damals schon haben wir uns mit diesem Thema befasst.“ Schließlich betonte das Vorstandsmitglied, dass sowohl der Führungskreis als auch die Mitarbeiter sowie der Aufsichtsrat – letztlich die ganze Bank – hinter der Idee der Selbstständigkeit stehen würden: „Das ist nicht zu unterschätzen.“

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