Vogel-Frei: Einblick in eine neue Welt der Kreativität

Von: Johannes Bindels
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Beeindruckende Ausstellung: das Lebenshilfe-Team bei der Eröffnung im Begas-Haus in Heinsberg. Foto: Bindels

Kreis Heinsberg. Wer ins Museum geht, ist bereit, sich mit den dort ausgestellten Werken zu beschäftigen. Das gilt auch für die neue Ausstellung „Vogel-Frei“ im Begas-Haus in Heinsberg. Die gezeigten Werke eröffnen eine weitere Dimension der Beschäftigung mit Kunstwerken von Menschen, welche im Alltagsleben bei der Lebenshilfe ihre Kreativität als Künstler entfalten können.

Den zahlreichen Besuchern bot sich bei der Ausstellungseröffnung die Entdeckung einer spannenden neuen Welt der Kreativität.

Dem Spannungsbogen von Kunst und Künstlern widmeten sich auch die Redebeiträge. Edgar Johnen, Geschäftsführer der Lebenshilfe Heinsberg, betonte denn auch, dass die künstlerischen Leistungen im Vordergrund ständen.

„Die ausstellenden Künstler beschäftigen sich professionell mit Kunst in der normalen Arbeitszeit und sind Teil der Werkstatteinrichtungen von ,willsosein‘ der Lebenshilfe in Aachen, der gemeinnützigen Werkstätten in Köln sowie der Malerwerkstatt der Lebenshilfe in Bad Dürkheim“, stellte Johnen heraus.

Georg Kohlen, künstlerischer Mitarbeiter bei der Lebenshilfe in Heinsberg, der gemeinsam mit Museumsleiterin Dr. Rita Mülle-jans-Dickmann die Ausstellung organisiert hatte, stellte ebenfalls die Künstler und das kreative Tun in den Mittelpunkt seiner Betrachtungen.

„Vogel-Frei“ habe Carolin Rinker ihr Bild genannt. „,Vogel-Frei‘ ist ein schönes Wort“, betonte Kohlen – und es sei bezeichnend für die Ausstellung. „Frei wie ein Vogel und ungebunden sein, ist die Seite der Bedeutung, welche die künstlerische Arbeit am besten beschreibt“, beschrieb Kohlen den Schwerpunkt des Selbstverständnisses der Kunstwerkstätten.

Selbstsicher und ausdrucksstark

Barbara Geier, freie Künstlerin im Atelier der „willsosein“-Werk-stätte in Aachen, begleitet von den teilnehmenden und ausstellenden Künstlern sowie ihren Teammitgliedern Tobias Lennartz und Karla Schmitt-Föhling, ließ keinen Zweifel daran, dass die Künstler und Künstlerinnen sichtbare Entwicklungsschritte gemacht hätten.

„Über die fünf, sechs Jahre ihrer Arbeit im Atelier haben alle Teilnehmer großes Selbstbewusstsein über ihre Arbeit entwickelt“, beschrieb sie den Prozess der Persönlichkeitsentwicklung.

In dieser bereichernden Ausstellung sind im Begas-Haus faszinierende Werke mit Ausdruckskraft und Stilelementen, die an Paul Klee, Pablo Picasso, Marc Chagall oder Ernst Klee erinnern, zu sehen. Sichtbare Gestaltungsfertigkeiten, bei denen eben nicht die Frage der intellektuellen Leistung im Vordergrund steht, sondern Kunst als Kunst akzeptiert werden muss.

Kreative Leistungen, zu der einmal der Philosoph Ludwig Feuerbach sagte, dass Kunst nur Kunst sei, wo sie absolut frei, sich selbst überlassen sei, wo sie keine höheren Gesetze kenne als die Gesetze der Wahrheit und Schönheit. Übersetzt bedeutet dies: Die gezeigten Kunstwerke im Begas-Haus entstanden, weil die Menschen dahinter kreativ und künstlerisch tätig waren.

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