Kreis Heinsberg - Vinteln muss lange auf Ortsumgehung warten

Vinteln muss lange auf Ortsumgehung warten

Von: defi
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Die Ortsumgehung Vinteln wird
Die Ortsumgehung Vinteln wird zugunsten der Ortsumgehung Gangelt zurückgestellt. Repro: defi

Kreis Heinsberg. Etwa ein Dutzend Häuser gibt es in Vinteln, das zur Gemeinde Gangelt gehört. Die Ortsdurchfahrt werden, wenn die anstehenden Straßenbauprojekte B 56n und die Ortsumgehung Gangelt realisiert sein werden, weit mehr Fahrzeuge nutzen als bisher.

Zurzeit fahren täglich 3300 Autos, Mopeds und Trecker durch Vinteln. Eine Verkehrsstudie errechnete für 2020 täglich 11.300 Kraftfahrzeuge. Eine Umgehungsstraße war geplant, ging aber im Ausschuss für Umwelt und Verkehr des Kreises Heinsberg vorläufig baden.

Es fehlt das Land. Land, das man den Grundstücksbesitzern für ihre in der Straßentrasse liegenden Flächen im Tausch anbieten könnte, ist nicht aufzutreiben. Ein Novum in der Geschichte des Straßenbaus im Kreis Heinsberg. Etwas pikant wird die Geschichte dadurch, dass acht Hektar „Tauschland” für die Ortsumgehung Vinteln, EK 17, durchaus zur Verfügung stehen.

Nicht zu bekommen, trotz aller Bemühungen der Bezirksregierung Köln als zuständige Flurbereinigungsbehörde, sind die letzten acht Hektar für die ebenfalls geplante Ortsumgehung Gangelt. Insgesamt verschlingt der Bau der EK 13 / EK 17, Ortsumgehung Gangelt, 19 Hektar. Amtsleiter Günter Kapell erläuterte im Ausschuss: „Trotz guter Angebote an die Landwirtschaft kam kein Erwerb zustande. Die Flächen sind einfach nicht mehr da.”

Um den fehlenden Flächenbedarf auszugleichen, hatte die Flurbereinigungsbehörde rund 100 Grundstückseigentümer kontaktiert, die Eigentumsflächen innerhalb des geplanten Flurbereinigungsgebietes Ortsumgehung Gangelt besitzen. Obschon die Kaufpreisangebote von 3,70 Euro pro Quadratmeter auf bis zu 4,40 Euro erhöht wurden, hätten bislang lediglich zwei Eigentümer für insgesamt ein Hektar Fläche Verkaufsbereitschaft signalisiert.

Hoher Flächenverbrauch

Der hohe Flächenverbrauch für andere Straßenbauvorhaben sowie Bestrebungen der Kommune, zusätzliche Konzentrationszonen für Windenergie auszuweisen, haben zu einer angespannten Marktsituation geführt. „Woher nehmen, wenn nicht stehlen?”, fragte sich die Flurbereinigungsbehörde und schloss das „Stehlen”, also die Enteignung der Landwirte gegen eine Entschädigung aus. Ein Präzedenzfall soll nicht geschaffen werden. War man doch selbst beim Bau der B 56n und bisher bei allen anderen Straßenbauprojekten in der Region ohne „Landabzug”, wie der Erwerb von Land ohne Zustimmung des Eigentümers im Fachjargon heißt, ausgekommen.

Die Flurbereinigungsbehörde ersann in der Not folgenden Vorschlag: Verzichtet auf die Ortsumgehung Vinteln und schlagt die hier schon vorhandenen acht Hektar der Ortsumgehung Gangelt zu, dann passt es.

Deutlich gemacht hatte die Kreisverwaltung, dass bei Ablehnung dieses Vorschlags der dringend notwendige Bau der Ortsumgehung Gangelt auf lange Sicht nicht verwirklicht werden könnte. Bis auf eine Enthaltung stimmten alle Mitglieder des Ausschusses für Umwelt und Verkehr dem Vorschlag zu.

Der Stimme enthalten hatte sich Ulrich Horst von den Grünen mit der Begründung: „Wir sehen Vinteln sowieso als überflüssig an.” Dezernent Josef Nießen korrigierte den verbalen Patzer: „Vinteln ist nicht überflüssig, allenfalls die Umgehung.”

Nicht aus dem Auge verlieren

Die Mehrheit der Ausschussmitglieder will aber die Ortsumgehung Vinteln nicht aus dem Auge verlieren, und es soll auf jeden Fall Baurecht geschaffen werden.

Erwin Dahlmanns (CDU) bekräftigte: „Ich möchte nicht, dass diese Ortsumgehung ganz tot ist.” Und Gerhard Krekels (SPD) ergänzte, man solle die tatsächliche Verkehrsentwicklung nach Fertigstellung der B 56n prüfen.

Klar ist aber auch, dass die Ortsumgehung Vinteln nicht oberste Priorität hat.

Bislang hat die Bezirksregierung keine Fördermittel für diesen Kilometer Straße bewilligt.
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