Heinsberg-Oberbruch - Viertelfinale gegen Griechenland: Deutschland gewinnt mit 101:100!

Viertelfinale gegen Griechenland: Deutschland gewinnt mit 101:100!

Von: Dettmar Fischer
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Deutschland gegen Griechenland
Deutschland gegen Griechenland, das Spiel lässt sich keiner entgehen. Auch der Fannachwuchs, Lukas (r.) und Florian Georgios (l.), schwingt schon die Fahnen. Foto: defi

Heinsberg-Oberbruch. Am Freitagabend spielt Deutschland gegen Griechenland. Wer wird gewinnen und ins Halbfinale der Europameisterschaft 2012 einziehen? Eine bunt gemischte Multikulti- Truppe, die bislang alle Spiele auf der Großbildleinwand im Oberbrucher „Enjoy” verfolgt hat und die beiden Fußballexperten Florian Georgius und Lukas geben die Antwort.

Florian (4) trägt das Trikot der griechischen Nationalmannschaft mit der Trikotnummer 5 von Abwehrspieler Kyriakos Papadopoulos, sein Freund Lukas (5) das der deutschen Mannschaft, Schweinis Nr. 7. Florian: „Kannst Du mir mal hochhelfen?”

Die beiden kleinen Fußballexperten schaffen es zwar noch nicht rauf auf die Barhocker am Tresen, dafür wissen sie aber, wie das Spiel ausgehen wird. „Also Florian: Wer gewinnt?” Florian zögert: „Ich weiß es noch nicht.” Er überlegt ... dann antwortet er: „Griechenland natürlich!” „Und wie viele Tore schießen die Griechen?” Wieder kurzes Nachdenken: „100!”

Sein Freund Lukas sitzt ihm gegenüber, saugt noch mal kurz am Strohhalm der Limoflasche und kontert: „Deutschland gewinnt - wie immer!” „Und wie viele Tore schießen die Deutschen?” Lukas hat aufgepasst, runzelt lange die Stirn und antwortet: „Zehn Eins.” Mama Sonja versteht es als Erste: „101.” Lukas strahlt seinen Freund an: „Ha, ich hab mehr als Du.”

Am Freitagabend wird sich zeigen, wer Recht hatte. Florian und Lukas werden zusammen vor Mamas Fernseher Fußball gucken. Auch Goergios Chilitis, Opa von Fußballexperte Florian Georgius und Mitglied der griechischen Gemeinde im Kreis Heinsberg, freut sich auf das Spiel. „Da werden Erinnerungen wach an 2004”, sagt er und denkt an den Sensationssieg unter Nationaltrainer Otto Rehhagel bei der Europameisterschaft in Portugal, „damals hat uns jeder auf die Schulter geklopt.”

Chilitis wohnt in Oberbruch und hat zuhause die griechische und die deutsche Fahne, Ehefrau Petra ist Deutsche, aufgehängt. Er sagt: „Ich glaube nicht, dass sich die Geschichte wiederholen wird, am Ende wird Deutschland wohl Europameister werden, die drehen noch richtig auf.” Im Enjoy hängen alle Flaggen der an der EM teilnehmenden Nationen, bis auf die der Griechen. „Die hängt bei mir im Auto”, erklärt Inhaber Jorgo Togridis. Chilitis scherzend: „Er ist der einzige Grieche mit Fußballverstand.” Zumindest hatte Jorgo als Einziger stets daran geglaubt, dass Griechenland die Gruppenphase übersteht. 1:0 für Griechenland ist sein Tipp für das heutige Spiel.

Zu Gast bei Jorgo werden Fußballfans vieler Nationalitäten sein. „Multikulti eben”, wie Stammgast Maikel Selimovic, Montenegriner aus Geilenkirchen die junge, bunte Truppe treffend beschreibt. Louis Alves (Portugiese), Andreas Knoben (Deutscher), Marko Milic (Kroate) und Edwin Nordheimer (Russe) gucken auch mit und haben einen klaren Fußballverstand. „Wer wird Europameister?” Maikel: „Aserbeidschan.” Andreas ist sich mit Louis einig, dass es eine knappe Entscheidung wird. 2:1 für Deutschland tippt er. Andreas: „Das wird aber schwerer für die Deutschen als alle denken.” Das hört Jorge gern, der nächste Kaffee geht aufs Haus.

„Ungerechtfertigt”

Auch wenn Giorgos Karagounis für das Spiel „ungerechtfertigt” gelbgesperrt ist, bleibt Jorge optimistisch: „Samaras ist gut, der hält den Ball, schirmt ihn ab. Und wir haben noch Talente wie Fetfatzidis und Ninis, die noch gar nicht gespielt haben.” Dass die Griechen die Russen aus dem Turnier gekickt haben, hat Edwin Nordheimer ihnen verziehen. Edwin: „Ich gönns den Griechen.” Jorge gibt den nächsten Kaffee aus. Marko Milic sieht Spanien und Deutschland im Endspiel und schließlich Deutschland als Europameister. Marko: „Die Rache für 2008.”

Natürlich spielt auch das angespannte Verhältnis zwischen Deutschland und Griechenland eine Rolle bei den Gesprächen vor dem Spiel. Jorgo Togridis: „Es wäre schön, wenn die Atmosphäre zwischen den Völkern so wie früher wäre. Es war ein schönes Zusammenleben im Urlaub in Griechenland und hier in Deutschland. Ein bisschen mehr Respekt wäre schön.”
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