Vier-Sterne-General sagt: „Wir können das!“

Von: disch
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Der Vorstandsvorsitzende und der Vier-Sterne-General: Sparkassendirektor Thomas Pennartz und Hans-Lothar Domröse, Befehlshaber im Nato-Hauptquartier in Brunssum, bei der Veranstaltung in Heinsberg. Foto: defi

Kreis Heinsberg. Einer der ranghöchsten Soldaten Deutschlands, einer von nur drei Vier-Sterne-Generälen der Bundeswehr, war im Rahmen der Sparkassen-Gespräche zu Gast in Heinsberg: Hans-­Lothar Domröse, Befehlshaber im Allied Joint Force Command, dem Nato-Hauptquartier im niederländischen Brunssum, referierte über aktuelle Entwicklungen des Bündnisses aus operativer Sicht.

Als es nach seinem Vortrag keinerlei Fragen aus dem etwa 150-köpfigen Auditorium gab, stellte er mit Blick auf das zuvor von ihm erläuterte Einstimmigkeitsprinzip der Nato scherzhaft fest: „28:0 – dann habe ich gewonnen!“

Bevölkerungswachstum und Ressourcenverbrauch – das Jahresthema der Sparkassen-Gespräche – haben nach Darstellung von Thomas Pennartz, dem Vorstandsvorsitzenden der Kreissparkasse, auch Auswirkungen auf Handelswege, sprach er zudem Bevölkerungswanderungen und kriegerische Auseinandersetzungen an. So war Pennartz froh, diesen namhaften militärischen Vertreter aus der operativen Ebene willkommen heißen zu dürfen. Pennartz sprach von einer Welt, „die viele Krisenherde hat“. Eine Welt, in der, wie Domröse später sagte, den Zuschauern im Frühstücksfernsehen morgens gleich acht Krisen serviert werden.

Mit Blick auf die Ukraine-Krise erinnerte der General daran, dass die Wegnahme der Krim durch die Russen ein Verstoß gegen sämtliche Regeln internationalen Rechts gewesen sei. Die Nato-Mitgliedsstaaten Estland, Lettland und Litauen seien „nervös“. Es sei „alles friedlich, alles wohlauf, aber das Potenzial für Unruhe ist da“. Vor wenigen Tagen hatte Domröse anlässlich einer Militärübung in Deutschland, Polen und den baltischen Staaten in der lettischen Hauptstadt Riga erklärt, das Bündnis sei „bereit, die territoriale Integrität der Nato-Mitgliedstaaten zu verteidigen“. Diese Übung mit Fallschirmjägern habe es gegeben, so Domröse in Heinsberg, „um zu demonstrieren: Wir können das!“

„Sie können die baltischen Staaten nicht verteidigen, wenn sie nicht Raum haben“, unterstrich er die Bedeutung von Partnern wie Finnland oder Schweden für die Nato. Der General zeigte sich davon überzeugt, dass „wir keine Waffen in die Ukraine liefern werden, weil die Nato nicht Teil des Konflikts werden will“.

Beim Gipfeltreffen in Wales war in der vergangenen Woche die Bildung einer Very High Readiness Joint Task Force (innerhalb der Eingreiftruppe Nato Response Force) beschlossen worden. Sie soll in zwei, drei Tagen einsetzbar sein. Doch zunächst einmal muss sie geplant werden. Ziel sei es, so Domröse, dass die Verteidigungsminister die nun zu erarbeitenden Vorschläge im Februar prüfen und billigen könnten.

Mit Blick auf ein anderes Land im Brennpunkt sagte Domröse: „In Afghanistan läuft es gar nicht ganz schlecht.“ Es sei zwar nicht alles gut in Afghanistan, aber die internationale Gemeinschaft habe „eine Menge geschafft“.

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