Vier Mal Spielhalle in Gangelt überfallen

Von: wos
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Gangelt/Aachen. „Ich möchte mich bei Ihnen allen entschuldigen!”: Der 48-jährige Angeklagte richtete sich in seinem „letzten Wort” vor der Urteilsverkündung an sechs junge Frauen, die in der ersten Reihe des Saales im Aachener Landgericht saßen.

Das waren seine Opfer. Aufsichtspersonen aus den Spielhallen in Gangelt und Übach-Palenberg, die er gezwungen hatte, ihm die Barkasse und selbst ihr eigenes Geld herauszugeben. Kopfschütteln folgte bei den Opfern. Dann war es so weit. Richter Harald Brandt, der Vorsitzende der 8. Großen Strafkammer, sprach das Urteil: sechs Jahre Haft wegen achtfachem schweren Raubes.

Denn acht Mal hatte der Mann ohne festen Wohnsitz, ohne Geld und ohne jeden Skrupel losgeschlagen, alleine vier Mal seit Dezember 2008 beim Casino Royal in Gangelt.

Dann waren entsprechende Einrichtungen in Übach-Palenberg und Geilenkirchen an der Reihe, die Beute betrug zwischen 350 und 1500 Euro, wie der Richter verkündete.

Der in Würselen geborene Angeklagte, der lange in Bonn lebte, habe den Frauen mit der vorgehaltenen Waffe nachhaltigen Schaden zugefügt, auch wenn es keine echte Waffe war. „Sie leiden”, so Brandt, „heute noch an dem Geschehen, sind traumatisiert, haben Einbußen an Lebensqualität zu beklagen.”

Dreist sei es auch gewesen, dass der Räuber ihr „kleines Geld”, das sie im Portemonnaie hatten, ebenso mitgehen ließ. Der Angeklagte hatte ins Feld geführt, er sei spielsüchtig und deshalb auf die schiefe Bahn geraten, ein Gutachten kam aber nicht zu dem Ergebnis, dass er deswegen zwanghaft habe Verbrechen verüben müssen.

Eine weitere Tat, nämlich den Überfall auf eine Aachener Lotto-Annahmestelle mit einer Beute von beinahe 20.000 Euro, leugnete er. Der Fall wird nun gesondert verhandelt. Am Tatort war seine DNA gefunden worden, doch er will es nicht gewesen sein.
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