Kreis Heinsberg - Vielen Schulabgängern fehlt die Ausbildungsreife

Vielen Schulabgängern fehlt die Ausbildungsreife

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Sorgen bereiten den Betrieben die Qualifikationen der Bewerber. Sie scheitern oft nicht nur an einzelnen Noten, sondern an der Einstellung zu Berufsschule und -leben.
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„Ich akzeptiere, dass wir hier eine Baustelle haben“: Staatssekretär Dr. Wilhelm D. Schäffer spricht mit Unternehmern und Vertretern der IHK Aachen über die Lage auf dem Ausbildungsmarkt.

Kreis Heinsberg. Zahlreiche Unternehmen aus der Region haben die mangelnde Ausbildungsreife vieler Schulabgänger und die fehlende Bereitschaft einiger Schulen zur Kooperation mit Betrieben beklagt. „Egal, von welcher Schulform die Azubi-Anwärter kommen: Die Qualität der Bewerbungen ist zum Teil erschreckend“, sagte Peter Heinrichs von der Heinrichs Handelshaus GmbH & Co. KG mit Sitz in Heinsberg.

Die Industrie- und Handelskammer (IHK) Aachen hatte ein Gespräch mit Staatssekretär Dr. Wilhelm D. Schäffer im Rahmen der „Dialogtour“ des NRW-Arbeitsministeriums organisiert. „Der demografische Wandel mit seinen Folgen für den Ausbildungsmarkt ist nicht mehr aufzuhalten, und jedes Unternehmen muss sich mehr denn je um seine Zukunft kümmern“, sagte die gastgebende IHK-Vizepräsidentin Stefanie Peters, geschäftsführende Gesellschafterin der Neumann & Esser Group in Übach-Palenberg.

Nachdem die Zahl der eingetragenen Ausbildungsverträge 2013 im Kammerbezirk Aachen zum ersten Mal seit langem rückläufig war, prognostiziert die IHK für das laufende Jahr einen weiteren Abschwung: „Wir erwarten ein Minus von fünf bis sechs Prozent“, mahnte IHK-Geschäftsführer Heinz Gehlen.

Gleichzeitig bedeute die Zahl von mehr als 500 noch offenen Stellen in der regionalen IHK-Ausbildungsbörse einen Rekordwert. „Die Ausbildungsbereitschaft unserer Unternehmen ist ungebrochen“, betonte Gehlen.

Sorgen bereiten den Betrieben die Qualifikationen der Bewerber auf die Ausbildungsstellen. „Sie scheitern oft nicht an einzelnen Noten, sondern an der Einstellung zum Berufsleben“, erklärte Thomas Kalitzki von Saurer Schlafhorst in Übach-Palenberg. „Wir haben in diesem Jahr im gewerblichen Bereich zum ersten Mal keinen Auszubildenden mit ausreichenden Sozialkompetenzen gefunden“, sagte Dagmar Wirtz, geschäftsführende Gesellschafterin der in Aachen ansässigen 3win Maschinenbau GmbH.

Wenig Interesse

Einige Betriebe appellierten an die Schulen, Angebote wie die Initiative KURS (Kooperation Unternehmen der Region und Schulen) bereitwilliger anzunehmen. Zahlreiche Bildungsstätten hätten jedoch gar nicht erst Interesse an solchen Projekten bekundet, die ihre Schüler frühzeitig an die Arbeitswelt heranführen sollen.

„Ich akzeptiere, dass wir hier eine Baustelle haben“, erwiderte Staatssekretär Schäffer beim Gespräch mit den Unternehmern. Er warb für die Akzeptanz des neuen Übergangssystems „Kein Abschluss ohne Anschluss“ (KAoA) der NRW-Landesregierung, das jungen Menschen durch mehrere Berufsorientierungsmaßnahmen während der Schulzeit künftig eine verbindliche Ausbildungsperspektiven bieten soll. „Denn bei allem Klagen über die Jugendlichen“, sagte Schäffer: „Wir haben nur die.“

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