Viele Musikvereine sind beim Nachwuchs noch „im Takt”

Von: utz
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Die meisten Vereine befinden sich, was die Nachwuchsarbeit angeht, „im Takt”. Foto: imago/Jürgen Eis

Heinsberg. Der örtliche Musikverein möchte seine Nachwuchsarbeit intensivieren. In einer Vorstandsitzung beschließt man deshalb, einen Schnuppernachmittag im vereinseigenen Musikerheim durchzuführen. Heute ist es soweit.

Die neu gewählte Jugendleiterin versucht noch, die letzten organisatorischen Hürden zu nehmen. Ist der Kaffee schon fertig? Werden die selbst gebackenen Kuchen und Torten richtig präsentiert oder muss die Anlage noch besser eingestellt werden?

In den verschiedenen Ausbildungsräumen warten versierte Ansprechpartner auf hoffentlich zahlreiche Besucher. Was hier am Beispiel des Musikvereins Cäcilia Waldfeucht skizziert wird, ließe sich sicher auf etliche andere Musikvereinigungen in der Region übertragen.

Vielleicht auch ein Grund dafür, dass die Nachwuchsfrage hier noch nicht zum drängenden Problem wurde und die meisten Vereine sich quasi im Takt befinden. Die bereits vor zwei Jahren gegründete Bläsergruppe sitzt erwartungsvoll auf der Bühne, und die Aufregung auf den bevorstehenden ersten großen Auftritt kann man den jungen Musikerinnen und Musikern schon etwas anmerken.

„Bei uns wurde die Jugendarbeit in den vergangenen Jahren doch etwas vernachlässigt”, erzählen Jugendleiterin Ruth Blank und ihre Mitstreiterin Lisa Cleef. „Mein Schwerpunkt liegt nun in der Förderung und Ausbildung des Nachwuchses, denn ohne ein stabiles musikalisches Fundament ist der Fortbestand des großen Orchesters nicht möglich.

Interessierte Kinder ab zehn Jahren und auch Jugendliche können bei uns Flöte, Oboe, Klarinette, Saxofon, Fagott, Flügelhorn, Trompete, Waldhorn, Tenorhorn, Bariton, Posaune, Tuba oder auch Schlagzeug lernen.” Das komplette instrumentale Spektrum eines Blasorchesters werde zur Ausbildung angeboten, sagt der Vorsitzende des Vereins, Thorsten Milosch. „Wir denken auch darüber nach, einen Ausbildungsplatz für E-Gitarre und E-Baß neu einzurichten.”

Die Unterstützung der Kinder durch die Eltern sei entscheidend, nicht nur weil, fleißiges Üben zu Hause unerlässlich sei. Beim Musizieren müsse man mehrere Aufgaben gleichzeitig bewältigen: Das Auge lese die Noten, das Gehirn verarbeite die Informationen und die Hände müssten alles gleichzeitig am Instrument umsetzen, und das möglichst präzise, wirbt Milosch für die positiven Effekte bei der Entwicklung der Jugendlichen. „In der Gruppe lernen die Musikschüler wichtige soziale Kompetenzen, wie sich anzupassen, auf andere zu zu gehen und voneinander zu lernen.”

Alle Musiklehrer, aber auch die Funktionäre der Vereine achten besonders darauf, dass die Zöglinge Spaß an der Musik haben. „Wir nehmen auch an Lehrgängen teil, und fahren zu Musikfreizeiten”, erzählt Lisa, die schon seit drei Jahren Flöte spielt.

Bei den Trompeten ist mittlerweile schon großer Andrang. Ein Mädchen probiert gerade, ob es der Trompete auch einen Ton entlocken kann. Der Lehrer steht geduldig daneben, erklärt die einzelnen Teile wie Mundstück, Schallbecher, Ventile und Züge. „Auf die Lippenspannung kommt es an, so als ob du jemand küssen willst”, erklärt er weiter und alle lachen. Der Tipp aber war genau richtig, denn es klappt tatsächlich, und ein erster Ton schallt durch den Raum.

Überall im Haus lassen sich solche und ähnliche Versuche erleben. So konnte der Vereinsvorsitzende mit sichtlichem Stolz feststellen, dass der Schnuppernachmittag offensichtlich ein großer Erfolg wurde, „denn den Spaß hören und auch sehen zu können, das ist uns ein großes Anliegen und zugleich unsere größte Freude. Dafür tun wir alles”. Vielleicht kommen ja einige der Kinder wieder, um dem Verein beizutreten.
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