Kreis Heinsberg - Verteilung von Jodtabletten: Kreis sieht sich für den Ernstfall gut aufgestellt

Verteilung von Jodtabletten: Kreis sieht sich für den Ernstfall gut aufgestellt

Von: disch
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In den vergangenen drei Monaten fand in der Region Aachen mit den beteiligten Gebietskörperschaften Stadt und Städteregion Aachen sowie den Kreisen Düren, Euskirchen und Heinsberg diese einmalige, kostenlose Vorverteilung von Kaliumiodidtabletten, kurz Jodtabletten genannt, statt. Foto: Oliver Berg/dpa

Kreis Heinsberg. Über die Vorverteilung der Jodtabletten, die im Falle eines atomaren Unfalls im umstrittenen belgischen Kernkraftwerk Tihange verhindern sollen, dass die Schilddrüse radioaktives Jod aufnimmt, berichtete Landrat Stephan Pusch (CDU) in der jüngsten Kreisausschuss-Sitzung.

In den vergangenen drei Monaten fand in der Region Aachen mit den beteiligten Gebietskörperschaften Stadt und Städteregion Aachen sowie den Kreisen Düren, Euskirchen und Heinsberg diese einmalige, kostenlose Vorverteilung von Kaliumiodidtabletten, kurz Jodtabletten genannt, statt.

Jeder bezugsberechtigte Einwohner (alle Menschen bis 45 Jahre, Schwangere und Stillende) hatte – nach öffentlichen Aufrufen – für seinen Haushalt per Antragsformular schriftlich oder online einen Bezugsschein beantragen können, der gegen Vorlage in einer der teilnehmenden Apotheke für den Bezug einer jeweils vorab überprüften Menge von Jodtabletten berechtigte.

Im Bereich des Kreises Heinsberg wurden nach Angaben des Landrates rund 8800 Anträge für circa 21.300 Personen gestellt worden. Dies entspreche bei rund 120.000 bezugsberechtigten Personen einer Annahmequote von rund 18 Prozent. In diesem Zusammenhang bedankte sich der Landrat bei allen Beteiligten – insbesondere in den Apotheken sowie den betroffenen Verwaltungen – für die bürgerorientierte Unterstützung.

Diese einmalige Vorverteilaktion sei nun abgeschlossen. Jodtabletten könnten jedoch weiterhin rezeptfrei, also frei käuflich, in Apotheken erworben werden. Die von der Region Aachen herausgegebene gemeinsame Broschüre „Information für die Bevölkerung in der Umgebung des Kernkraftwerkes Tihange (B)“ könne weiterhin über die Homepage des Kreises Heinsberg unter www.kreis-heinsberg.de aufgerufen und heruntergeladen werden.

Die für die Vorverteilung vorgesehenen und nicht abgerufenen Tabletten sollen laut Bericht des Landrates voraussichtlich im Januar von den Apotheken zurück ins Kreishaus gebracht werden. Daraufhin erfolge die dezentrale Lagerung von Jodtabletten für eine eventuelle Verteilung im Ereignisfall in den kreisangehörigen Stadt- und Gemeindeverwaltungen.

Im Ereignisfall würden die kreisangehörigen Kommunen sogenannte Ausgabestellen aktivieren, bei denen die Jodtabletten an die Bevölkerung verteilt würden. Eine dafür erstellte detaillierte Konzeption sei mit den Städten und Gemeinden abgestimmt worden.

In diesem Zusammenhang wies Pusch darauf hin, dass das Krisenmanagement und die Gefahrenabwehrplanung im Kreis Heinsberg zur Bewältigung von Großeinsatzlagen und Katastrophen laufend überprüft und weiter ausgebaut würden. „Mehrfache Übungen in den letzten Monaten haben gezeigt, dass der Kreis Heinsberg für den Ernstfall gut aufgestellt ist und alle erforderlichen Maßnahmen im Ereignisfall zur erfolgreichen Bewältigung einer Krisenlage umgesetzt werden können“, so Pusch, der gleichwohl die Hoffnung äußerte, dass dieser Fall nie eintreten möge.

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