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Verschiebung von Sepa stößt auf Skepsis

Von: disch
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Dr. Veit Luxem, Sprecher der Volksbanken und Raiffeisenbanken im Kreis Heinsberg, zeigte sich skeptisch auf die Frage, ob die Sepa-Verschiedbung sinnvoll sei.

Kreis Heinsberg. Wird die Übergangszeit für die Einführung des einheitlichen Überweisungs- und Lastschriftverfahrens Sepa um ein halbes Jahr verlängert? „Der Vorschlag der EU-Kommission kam für uns überraschend“, erklärte am Freitag auf Anfrage Dr. Richard Nouvertné, stellvertretender Vorstandsvorsitzende der Kreissparkasse Heinsberg, zu den Meldungen. „Die Verschiebung ist nach unserer Meinung auch nicht notwendig.“

Die Kreissparkasse habe in den letzten Monaten große Anstrengungen unternommen, um alle Kunden auf die „Sepa-­Migration“ am 1. Februar vorzubereiten, betonte Nouvertné. „Wir werden unsere Aktivitäten zur Umstellung auch weiterhin auf den 1. Februar ausrichten, da aktuell für diesen Vorschlag noch keine Zustimmung des Europäischen Parlaments und des EU-Rates vorliegt.

Wir sehen unsere Kunden, die sich bereits auf den 1. Februar 2014 als Sepa-Migrationstermin eingestellt haben, auf einem guten Weg, die nötigen Aktivitäten zu diesem Termin abzuschließen. Die mögliche Verlängerung der Frist um sechs Monate betrachten wir lediglich als zusätzlichen Handlungsspielraum, um von den Kunden, die die Umstellung auf die neuen Verfahren wider Erwarten nicht rechtzeitig geschafft haben, sanktionsfrei Zahlungen in den bisher gültigen Formaten entgegennehmen zu können. Wir empfehlen allerdings allen unseren Kunden – trotz einer scheinbar beruhigenden Frist von bis zu sechs Monaten – eine schnellstmögliche Umstellung auf das Sepa-Verfahren. Es wird in jedem Fall kommen, denn aufgeschoben ist nicht aufgehoben.“

Die Volksbanken und Raiffeisenbanken im Kreis Heinsberg haben nach eigenen Angaben frühzeitig die erforderlichen Arbeiten durchgeführt und sind technisch wie organisatorisch „Sepa-­fähig“. Dr. Veit Luxem, Sprecher der Genossenschaftsbanken, erklärte am Freitag auf Anfrage: „Wir haben alles unternommen, damit unsere Kunden spätestens zum 1. Februar 2014 zuverlässig auf das neue Zahlungssystem umstellen konnten.“

Offenbar habe aber nur eine Minderheit aller Wirtschaftsunternehmen in ganz Europa, aber auch der Vereine die Umstellung auf den europaweiten Zahlungsverkehr vorgenommen. Die Verschiebung um sechs Monate sei trotz aller Dementi zu erwarten gewesen. Ob das Verschieben aber sinnvoll sei, da zeigte sich Luxem skeptisch: „Die Verschiebung wird die Einführungsqualität kaum verbessern, sondern die abzusehenden Probleme werden nur auf einen späteren Zeitpunkt verschoben.

Wer als Mittelständler oder Vereinsvorstand heute noch nicht umgestellt oder sich zumindest mit der Thematik intensiv beschäftigt hat, wird es erst tun, wenn er die Folgen direkt spürt.“ Wer jetzt sage, die Banken hätten nicht gut informiert, schere die Regionalbanken über einen Leisten mit den Großinstituten und Online-Anbietern und müsse eines Besseren belehrt werden: „Wir Genossenschaftsinstitute haben unsere Mitglieder und Kunden intensiv in Kenntnis gesetzt: per Mail, per Telefon, in zahlreichen Veranstaltungen, vor allem aber persönlich über unsere Firmenkundenbetreuer und die Berater der Vereine.“

Losgelöst von den aktuellen Meldungen sei wichtig, „dass alle Unternehmen und alle Vereine jetzt auf Sepa umstellen“, so Luxem. Vor allem sei bei etlichen Betrieben die Liquidität gefährdet, wenn der Zahlungsverkehr nur noch Ausgaben enthalte, Einnahmen aber nicht mehr beim Unternehmen ankommen würden. Ob die Unternehmen und Vereine die gewonnene Zeit nutzen würden, bleibe abzuwarten. Für Privatkunden sei die Sepa-Verschiebung ohne Bedeutung. Für Verbraucher galt von vorneherein eine zweijährige „Schonfrist“.

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