Kreis Heinsberg - Verjüngungskur bei der Polizei

Verjüngungskur bei der Polizei

Von: disch
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Kreis Heinsberg. Die Polizei in Nordrhein-Westfalen – und insbesondere im Kreis Heinsberg – steht vor einer Verjüngungskur. Wie das Bielefelder Westfalenblatt unter Berufung auf das NRW-Innenministerium berichtete, habe Innenminister Ralf Jäger (SPD) der Polizei im Land eine solche verordnet.

Nach einem Erlass des Ministers dürften in Zukunft bei der Schutzpolizei (Direktion Gefahren­abwehr und Einsatz) mindestens 60 Prozent und bei der Kriminalpolizei ­(Direktion Kriminalität) mindestens 30 Prozent nicht älter als 41 Jahre sein. Spätestens bis zum Jahr 2021 sollten diese Vorgaben erreicht werden.

Laut dem Zeitungsbericht liegt das Durchschnittsalter aller 40.000 Polizisten im Land bei 45 Jahren. Als die Kreispolizeibehörden mit den im Durchschnitt ältesten Beamten wurden die Kreise Höxter und Heinsberg mit 50 Jahren benannt.

Durchschnitt: 48,8 Jahre

Wie Polizeihauptkommissar Jürgen Heitzer von der Pressestelle der Kreispolizeibehörde Heinsberg auf Anfrage erklärte, habe dies bis vor zwei Jahren so gestimmt. In den letzten beiden Jahren seien aber bereits verstärkt jüngere Kräfte – vier bis sechs pro Jahr – nach Heinsberg versetzt worden. So liege das Durchschnittsalter inzwischen bei 48,8 Jahren. Beim Blick auf die Ist-Situation und die neuen Vorgaben des Ministers ergibt sich aber doch noch eine deutliche Diskrepanz: So sind in der Direktion Gefahrenabwehr und Einsatz aktuell 24,5 Prozent der Polizisten und in der Direktion Kriminalität sogar nur 6,5 Prozent bis 41 Jahre alt.

Langfristig müsse eine möglichst ausgewogene Altersstruktur in allen Kreispolizeibehörden und darüber hinaus auch in den einzelnen Direktionen gewährleistet werden, zitierte das Westfalenblatt einen Ministeriumssprecher.

Der Heinsberger Polizeipressesprecher verwies darauf, dass die Kreispolizeibehörde zunächst einmal auf entsprechende Kräftezuweisungen vom Land angewiesen sei und dann erst in der internen Personalverteilung eigene Handlungsspielräume habe. Das Land habe die Situation allerdings bereits erkannt, so Heitzer weiter, und der Heinsberger Behörde schon in den vergangenen beiden Jahren im Zuge der anstehenden Versetzungen – ­außerhalb der üblichen, mit einem speziellen Punkte­system verbundenen Verfahrensweise – jüngere Kräfte zugewiesen.

Alt und Jung

Heitzer trat aber auch der möglicherweise vorhandenen Meinung entgegen, dass ein älterer Kollege automatisch mit der Einstufung „leistungsgemindert“ gleichzusetzen sei. Im Gegenteil: So hätten ältere Kollegen eine größere Erfahrung, dienstlich, aber auch als Lebens­erfahrung, und sie würden sich sehr wohl auch durch eine hohe Einsatzbereitschaft und eine hohe soziale Kompetenz auszeichnen, die im Falle eines Falles auch deeskalierend wirken könne.

Zwar sei mit Blick auf die körperliche Leistungsfähigkeit einzuräumen, dass ein 50-Jähriger nicht so schnell sei wie ein 20-Jähriger, gleichwohl gebe es keinen generellen Unterschied zwischen Alt und Jung. „Wir wünschen uns natürlich gemischte Besatzungen“, betonte Heitzer, bringe doch das Zusammenwirken von Alt und Jung für beide Seiten Vorteile.

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