Verbuschung im Naturpark wird zum Problem

Von: Karl-Heinz Hamacher
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Wer von Mindergangelt in den Naturpark geht, steht zuerst einmal vor einer grünen Wand, die wenig einladend ist. Hier soll jetzt Abhilfe geschaffen werden. Foto: Karl-Heinz Hamacher

Gangelt. Grundsätzlich hatte man mehr Hoffnungen auf die Arbeit der Hochlandrinder gesetzt, als es um gewisse Pflegemaßnahmen im Natur- und Landschaftspark Rodebach/Roode Beek ging.

Bei der Planung des grenzüberschreitenden Naturparks wurde davon ausgegangen, dass das Gebiet, unter anderem der Bereich in Mindergangelt, durch sogenannte große Graser wie Hochlandrinder, Rehe, Hirsche, Pferde oder Schafherden begrast und damit vor Verbuschung auf Dauer gerettet wird. „Die Praxis nach fast zehn Jahren zeigt jedoch, dass die eingesetzten Hochlandrinder nur selektiv grasen“, stellt Franz Oschmann, Vorsitzender der örtlichen Nabu-Gruppe fest. „Ich sage ja immer, die Hochlandrinder suchen sich die Filetstücke aus, bevor sie auch wie geplant an verholzte Weiden-, Erlen- oder Birkensämlinge gehen!“

Mit Vorschlägen, die Rinder durch flexible Zäune zu „zwingen“, für eine bestimmte Zeit auch nur eine bestimmte Fläche zu begrasen, konnten die Nabu-Vertreter sich nicht durchsetzen. Heute stellt sich der Park so dar, dass in bestimmten Bereichen Sämlinge von Erlen, Weiden, Birken und anderen Bäumen überhand genommen haben. Augenscheinlich wird das Problem, wenn man in Mindergangelt in Höhe des ehemaligen Zollamtes in den Naturpark fährt. Man sieht zuerst einmal nicht mehr als eine grüne Wand, die sich über einige Dutzend Meter tief erstreckt. Wanderer beklagen, dass der einstmals interessante Blick in die Fläche total versperrt ist, keine Beobachtungsmöglichkeit von Flora und Fauna besteht. Ökologisch gesehen nehme die Verbuschung allgemein sogenannten Offenlandarten wie Kiebitz, Rohrammer, Wasser- und Wiesenpieper, Braun- und Schwarzkehlchen sowie auch licht- und wärmeliebende Arten der Fauna und Flora den erforderlichen Lebensraum, beklagen die Umweltschützer.

Bereits seit vielen Jahren versuchen die Gangelter Nabu-Verantwortlichen mit der niederländischen Umweltorganisation Natuurmonumenten als Eigentümer und maßgeblich Verantwortlicher in diesem Gebiet, davon zu überzeugen, der Verbuschung Einhalt zu bieten. Lange war man hier erfolglos, doch jetzt scheint man bereit zu sein, den Mindergangelter Bereich nicht radikal auf einen Schlag, sondern alternativ und periodisch bestimmte Bereiche freizuschneiden. Stets am ersten Samstag im November findet in den Niederlanden der sogenannte „Natuurwerkdag“ statt, an dem möglichst viele Freiwillige sich über die Grenze hinweg zusammenfinden, um in geselliger Atmosphäre ein paar Stunden für die Natur zu arbeiten. „Obwohl bei uns Feiertag ist, wollen wir vom Nabu auch mit einigen Freiwilligen vor Ort sein, um nicht zuletzt auch den Gedanken des Grenzüberschreitenden zu unterstreichen“, sagt Franz Oschmann, der noch eine ganze Riege an Helfern sucht, die sich an dieser Aktion beteiligen.

Umgekehrt haben Freiwillige von jenseits der Grenze schon angekündigt, dass sie am 8. November dabei sein wollen, wenn der Nabu die Arbeit von der Vorwoche fortsetzt. „Was die Rinder nicht schaffen, sollen viele freiwillige Helfer erreichen“, freut sich Oschmann über den Erfolg in der Weiterentwicklung des Naturparks.

Die niederländischen Helfer treffen sich am morgigen Samstag um 10 Uhr am Infopoint in Schinveld. Auf deutscher Seite trifft man sich um 10.30 Uhr an der Nabu-Aussichtsplattform im Bruch, nahe der Infotafel-Weißstorch. Es sollte an passende Kleidung, Handschuhe und Stiefel gedacht werden.

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