Heinsberg - Varusschlacht detailreich wieder zum Leben erweckt

Varusschlacht detailreich wieder zum Leben erweckt

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Ralf-Peter Märtin (rechts) freute sich über die originalgetreu nachgebaute Ausrüstung eines römischen Soldaten, die Buchhändler Rainer Gollenstede bei seiner Lesung präsentierte und die seine Erläuterungen noch eindrucksvoller machten.

Heinsberg. Ganz tief abtauchen in die Geschichte, bis in die Zeit um Christi Geburt, und das mitten in Heinsberg. Ralf-Peter Märtin machte es möglich, mit seiner Lesung aus „Die Varusschlacht - Rom und die Germanen” in der Buchhandlung Gollenstede.

Ein trockenes Sachbuch, könnte man zunächst denken. Beim ersten Blättern bestätigt sich der Eindruck. Zwar ist das Werk bebildert und mit Kartenmaterial ausgestattet. Den rund 350 Seiten Text folgen dann aber weitere 100 mit der Erläuterung von Fußnoten, Literaturangaben, Zeittafeln und Stammbäumen. Alles streng wissenschaftlich also? Schon, aber dennoch eine wahrhaft fesselnde Geschichte im doppelten Sinne des Wortes.

Das wird deutlich, wenn man die ersten Sätze gelesen oder besser noch von Märtin selbst gehört hat, den Gollenstede in seiner Begrüßung als „den Meister der historischen Reportage in Deutschland” bezeichnete, der es mit seinem Werk in die Bestsellerlisten geschafft habe. Im Oktober 2008 ist sein Werk erschienen, pünktlich zum diesjährigen Jubiläum der Schlacht im Teutoburger Wald. Im Jahr 9 n. Chr. erlitten hier drei römische Legionen samt Hilfstruppen und Tross eine empfindliche Niederlage durch ein germanisches Heer unter Führung des Cherusker-Fürsten Arminius, der als „Hermann” zum deutschen Helden wurde.

Mehr als 40 Lesungen hat Märtin seit Erscheinen des Buches absolviert, das mittlerweile schon in der vierten Auflage erhältlich ist. In Heinsberg beendete er seine Lesereise aus einem ganz besonderen Grund. Dies sei für ihn ein „ganz angenehmes Heimspiel”, betonte er, denn seine Frau, Irene Nießen, stammt aus Waldfeucht-Frilinghoven, ist wie er auch als Journalistin tätig und war Ende der siebziger, Anfang der achtziger Jahre Mitarbeiterin unserer Zeitung.

Märtin las, vor allem aber erzählte er, so detailreich und spannend, als sei er selbst dabei gewesen. Er nahm seine Zuhörer mit in die Zeit vor 2000 Jahren. Mehr noch ordnete der Autor die Geschichte ein und machte sie so noch verständlicher. „Sie müssen sich das so vorstellen, als seien beim Krieg im Irak plötzlich 50.000 Mann von der Bildfläche verschwunden”, zog er die Auswirkungen der Varusschlacht vergleichend in die Gegenwart.

Erstmals konnte Märtin im Rahmen seines Vortrags sogar auf einen „echten” römischen Soldaten zurückgreifen. Ein in Heinsberg lebendes Mitglied der Römerkohorte Niederrhein hatte für die Veranstaltung seine komplette, originalgetreu nachgebaute Montur inklusive Helm, Rüstung und Schild zur Verfügung gestellt, was beim Publikum sehr viel Anklang fand.

Damit gelang es dem Autor noch besser, mit so manchem Vorurteil aufzuräumen, etwa mit dem, dass Römer durch dunkle Wälder marschiert sind. „Nehmen Sie Ihren längsten Besen, einen riesigen Topfdeckel und versuchen Sie mal, aus dem Dickicht eines Waldes herauszukommen. Geht nicht”, so seine äußerst simple, aber eindrucksvolle Erklärung.

Welche faszinierendes Detailwissen Märtin besitzt, wurde auch in der anschließenden Diskussion mit dem Publikum deutlich. Der Autor blieb dann nach wie im Flug verstrichenen zwei Stunden zudem noch, um zahlreiche seiner Bücher individuell zu beschriften und zu signieren.
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