Väter sollen verstärkt Vorleser werden

Von: hewi
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: In der Praxis des Ratheimer
: In der Praxis des Ratheimer Kinderarztes Franz-Willi Kox (li), überreichte Thomas Rachel (FDP-MdB) ein Kinderbuch an Daniela Feldberg und ihren kleinen Sohn Jayden. Foto: Sommer

Hückelhoven-Ratheim. Mit einer groß angelegten Aktion will das Bundesministerium für Bildung und Forschung die Kinder in Deutschland ans Lesen bringen. Dabei soll die etwas in Vergessenheit geratene Disziplin des Vorlesens das Interesse an Sprache und Schrift wecken.

Mit dem Vorlesen könne man nicht früh genug beginnen, betonte der Parlamentarische Staatssekretär und Bundestagsabgeordnete Thomas Rachel bei der Übergabe des ersten Lesesets in der Ratheimer Praxis des Kinder- und Jugendarztes Franz-Willi Kox. Er wird zukünftig den Eltern bei der U6-Untersuchung das Leseangebot vorstellen und ihnen auch gleich das erste Leseset aushändigen. „Aus der Kooperation mit den Kinderärzten versprechen wir uns viel”, erklärte Sabine Uehlein von der Stiftung Lesen, die das Projekt mit betreut.

Der Kinderarzt hat auf jeden Fall Kontakt zu den jungen Eltern und wird als Autorität anerkannt.

Das Programm „Lesestart” basiert auf drei Meilensteinen, bei denen die Kinder und die Eltern mit dem Medium Buch bekannt gemacht werden. Der erste Meilenstein ist die U6-Untersuchung, die für Kinder bis einem Jahr vorgeschrieben ist. Beim Kinderarzt sollen die Eltern das erste altersgerechte Leseset überreicht bekommen. Es folgen in der Leihbücherei das zweite Set im Alter von rund drei Jahren und in der Grundschule das dritte im Alter von sechs Jahren. „Dann hoffen wir, dass die Grundschulen anknüpfen”, erklärte Rachel.

Er selbst überreichte Daniela Feldberg und ihrem knapp einjährigen Sohn Jaden-Tobias das erste Leseset im Kreisgebiet. Der Junge zeigte auch gleich Interesse an dem Bilderbuch, das bedingt durch das Zahnwachstum allerdings zuerst oraler Natur war. In der Phase des Spracherwerbs ist Vorlesen eine wichtige Unterstützung. Das Angebot richte sich vor allem an Väter, die als Vorleser von Nachtgeschichten verstärkt an der Entwicklung ihrer Kinder teilhaben können, erklärte Uehlein. Nur acht Prozent der Väter lesen ihren Kindern vor. Insgesamt kommen weniger als die Hälfte der Kinder zu dem Genuss, eine Geschichte vorgelesen zu bekommen.

„Dabei hat Vorlesen eine konkrete Auswirkung auf die ganzheitliche Ausbildung des Kindes”, betonte Uehlein. 4,5 Millionen der altersgerechten Lesesets sollen in den nächsten acht Jahren deutschlandweit in die Familien gebracht werden. Wichtige Kooperationspartner sind dabei die Kinder- und Jugendärzte. Im Kreis Heinsberg ist derzeit jeder zweite niedergelassene Kinderarzt dabei. Das Ministerium für Bildung und Forschung investiert insgesamt 26 Millionen Euro in die Aktion.
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