Urlaub, Hitze und Malaria-Risiko: Im Sommer fehlen die Blutkonserven

Von: Daniel Gerhards
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Weniger Blutspenden im Sommer: Das Deutsche Rote Kreuz hofft, dass – wie hier in Oberbruch – trotzdem viele Menschen zu den nächsten Spendeterminen kommen. Foto: Daniel Gerhards

Kreis Heinsberg. Sommerzeit – das bedeutet für den Blutspendedienst West des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) auch immer Knappheit. „Mit dem Anstieg der Temperaturen fällt das Blutspendeaufkommen quasi in den Keller“, sagt Stephan David Küpper, Sprecher des Blutspendedienstes.

Bestimmte Blutgruppen, wie alle Rhesus negativen und die Blutgruppe 0, könnten nicht mehr jeden Tag in den nötigen Mengen an die Krankenhäuser abgegeben werden, sagt er.

Manche Spender sind schlicht im Urlaub. Andere kommen aus Ländern mit Malaria-Risiko zurück und dürfen deshalb ein halbes Jahr lang nicht spenden. Wiederum andere scheuen die Blutspende, wenn es allzu heiß und schwül ist, weil sie befürchten, dass ihr Kreislauf schlapp macht. Beim jüngsten Blutspendetermin des DRK in Dremmen blickten die Helfer tief in das daraus resultierende Sommerloch. „Normalerweise kommen 70 bis 80 Spender zu unseren Terminen in Dremmen. Diesmal waren es nur 46“, sagt Heike Hohnen, die Leiterin der DRK-Ortsgruppen Dremmen und Oberbruch.

Benötigt werde das Blut zum Beispiel für Krebstherapien, Herzbehandlungen und die Versorgung von Unfallopfern, sagt Küpper. „Mit einer einzigen Blutspende kann bis zu drei schwer kranken oder verletzten Menschen geholfen werden“, sagt er.

Eine Blutspende beim DRK dauere in der Regel ein bis zwei Stunden. Das hänge davon ab, wie viel los ist und „wie schnell das Blut läuft“, sagt Hohnen. Die Spender müssen zum Beispiel vor jeder Spende einen Fragebogen ausfüllen und mit einem Arzt sprechen. Nach der Spende sind erst einmal etwas Erholung auf dem Ruhebett und danach ein kleiner Imbiss geboten. Neben vielen Spendern, die regelmäßig kommen, träfen Hohnen und ihr Team in Oberbruch und Dremmen auch immer wieder auf neue Gesichter.

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