„Unsere Vorfahren” im Torbogenhaus

Letzte Aktualisierung:

Kreis Heinsberg. Die Familienforscher dürfen sich auf eine interessante Ausstellung im Heinsberger Kreismuseum freuen.

Vom 6. Juni bis 11. Juli heißt es im Torbogenhaus „Unsere Vorfahren”. Und wer möchte nicht gerne die Geschichte der eigenen Familie ein Stück weiter zurückverfolgen? Immer wieder stellen sich Fragen wie: „Von wem stammen wir ab? Wo wohnten unsere Vorfahren? Welche Tätigkeiten übten sie aus?”

Unsere Großeltern kennen wir meistens noch, aber geht es dann tiefer in die Familiengeschichte hinein, verlieren sich alle Spuren. Anders ist das bei den Forscher des Arbeitskreises für Familienforschung - Kreis Heinsberg und Umgebung.

Sie wohnen verstreut im Rheinland oder sind aus den benachbarten Niederlanden und Belgien. Sie treffen sich mehrmals jährlich zum Informations- und Erfahrungsaustausch. Nun präsentieren sie ihre Forschungsergebnisse in einer Ausstellung im Kreismuseum Heinsberg.

Die Anfänge der Familiengeschichtsforschung reichen weit zurück. Im Mittelalter war es der Adel, der durch urkundliche Nachweise die Zahl der Vorfahren belegte, weil sich bestimmte Standesprivilegien damit verbanden.

Seit dem 19. Jahrhundert wurde die Ahnenforschung zunehmend vom begüterten Bürgertum betrieben, oftmals in der Absicht, die eigenen Vorfahren auf einen adligen „Stammvater”, einen berühmten Staatsmann oder einen Denker und Dichter zurückzuführen.

Den Mitgliedern des Arbeitskreises geht es jedoch um ganz andere Aspekte: Sie wollen ihre Vorfahren und deren Lebenskreis als Bauern, Handwerker, Kaufleute oder Beamte kennen lernen.

Über die Erarbeitung von Stammtafeln und Ahnenlisten hinaus bestimmen sozial- und kulturgeschichtliche wie auch zeit- und lokalgeschichtliche Aspekte das Blickfeld. So interessieren schließlich die gesamten Lebensumstände der Vorfahren.

In alten Akten und Verzeichnissen erfährt der Forscher so manches über das Leben in Dörfern und Städten, über die nach heutigen Maßstäben bescheidenen Lebensumstände, über verheerende Kriege und Seuchen sowie die hohe Kindersterblichkeit.

Selbstverständlich ist eine seriös betriebene Familiengeschichtsforschung an bestimmte Voraussetzungen und Methoden gebunden. Nach den frühen Vorfahren kann man nur in schriftlichen Quellen suchen, die natürlich in ihrer Aussagekraft und Zuverlässigkeit sehr unterschiedlich sind. Für die letzten zweihundert Jahre sind die Daten der eigenen Vorfahren zuverlässig und relativ einfach zu ermitteln.

Dank der französischen Revolution werden seither im Rheinland amtliche Zivilstandsregister mit fester Schreibweise der Familiennamen geführt. Diesen voraus gingen die so genannten Kirchenbücher mit ihren nicht immer zuverlässigen Tauf-, Trau- und Sterberegistern. Noch frühere Quellen sind Lehnbücher, Steuerlisten, Gerichtsakten usw.

Die Ausstellung zeigt die Ergebnisse jahrelanger Forschungstätigkeiten von etwa 15 Mitgliedern des Arbeitskreises. Zu den einzelnen Präsentationen gehören neben Dokumentationen und graphischen Darstellungen auch ein reichhaltiges Bildmaterial und zahlreiche familienbezogene Exponate.

Sonntags wird die Ausstellung von den anwesenden Ausstellern betreut. Die Ausstellung dürfte nicht nur bei Familienforschern großes Interesse finden, sondern auch für „Einsteiger” in die Familiengeschichtsforschung oder nur Interessierte zahlreiche Anregungen und Kontakte bieten.

Ausstellungseröffnung ist am Sonntag, 6. Juni, um 11 Uhr im Kreismuseum Heinsberg. Zu besichtigen ist die Ausstellung bis zum 11. Juli und zwar samstags 14 bis 18 Uhr, sonntags 10 bis 12.30 Uhr und 14 bis 18 Uhr.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert