„Unser Dorf hat Zukunft”: Schierwaldenrath putzt sich heraus

Von: Franz Windelen
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Die Bewertungskommission kann
Die Bewertungskommission kann kommen: Reiner Beumers (l.) und Heinz-Josef Schlicher vom Vorstand des Schierwaldenrather Ortsringes freuen sich schon auf den hohen Besuch am 18. Juni. Foto: Franz Severins

Gangelt-Schierwaldenrath. Idyllisch wirkt er ohnehin schon, und in diesen frühen Sommerwochen erscheint er in seiner bunten Blumenpracht und in seinem satten Grün noch pittoresker. Der kleine 600-Seelen-Ort Schierwaldenrath versteht es, sich herauszuputzen.

Im Wettbewerb, der damals noch „Ein Dorf soll schöner werden” hieß, heimste Schierwaldenrath nicht von ungefähr reihenweise Gold auf Kreisebene sowie Silber auf Landes- und Bundesebene ein. Das goldene Glück blieb dem engagierten Dorf jedoch bislang auf höherer Ebene versagt. In diesem Jahr will die Dorfgemeinschaft erneut nach Edelmetall im Landeswettbewerb greifen - zusammen mit dem Heinsberger Stadtteil Porselen.

Beide Dörfer qualifizierten sich im vergangenen Jahr mit ihrem Goldsieg auf Kreisebene für die Landeskonkurrenz. Hier wie dort fiebern nun die Einwohner jenem schicksalhaften Montag, dem 18. Juni, entgegen. Dann nämlich kommt die 14-köpfige, hochkarätig besetzte Landesbewertungskommission in den Kreis Heinsberg, um ab 14 Uhr die Aspiranten für die goldene Landeskrone mit strengem Blick und ebensolchen Kriterien unter die Lupe zu nehmen.

Der Wettbewerb firmiert mittlerweile unter dem Motto „Unser Dorf hat Zukunft”, ein Aspekt, der klarmacht, dass die Anforderungen längst nicht mehr die gleichen sind wie etwa vor 20 Jahren, als Schierwaldenrath letztmalig antrat. „Es werden jetzt mehr und härtere Standards abverlangt als beim Wettbewerb ,Unser Dorf soll schöner werden, der auch liebevoll Blumenkübel-Wettbewerb apostrophiert wurde”, erklärt Reiner Beumers, der Vorsitzende des Schierwaldenrather Ortsringes. Allein mit herrlicher Flora in Flur und Garten kann der Ort nicht mehr punkten, gefragt sind auch soziale Aspekte vor Ort, die geprüft werden.

„Auf den Nenner gebracht wird es den Juroren um die Beantwortung einer Frage gehen: Wie steht es mit der Schaffung und dem Erhalt der Lebensqualität im Dorf?”, erklärt Heinz-Josef Schlicher, Vorstandsmitglied des Ortsringes und wettbewerbserfahrener Dorfverschönerer, der schon manches Edelmetall für Schierwaldenrath mit errungen hat. „Wie sieht das Dorfentwicklungskonzept aus? Wie sieht die Nahversorgung der Zukunft aus? Wie steht es um das Vereinsleben? Was tut die Gemeinschaft für Alte und Junge? Das sind wesentliche Aspekte, die über Wohl und Wehe im Wettbewerb entscheiden”, erklärt Reiner Beumers.

Die beiden Dorfverschönerer sehen hier ihren Ort bestens aufgestellt. Mit viel bürgerschaftlichem Engagement und in Eigenleistung wurden in jüngster Vergangenheit etwa das Bürgerhaus, die Schießhalle, der Dorfplatz und das Feuerwehrhaus geschaffen. Und da gibt es den rührigen privaten Elternverein „Regenbogen”, der auch Träger des Kindergartens ist.

Doch damit nicht genug. „Um die Begehung interessant und aussagefähig zu gestalten, haben Ortsring, Vereine und die Interessengruppen - insbesondere die für Dorfverschönerung - viele gute Vorschläge aus der Bevölkerung aufgegriffen und in die Tat umgesetzt”, erklärt Beumers.

So entsteht am Schierwaldenrather Bahnhof in Kooperation mit der Selfkantbahn in den Sommermonaten ein Fahrradverleih, es werden Wanderstrecken in und um den Ort ausgezeichnet, die erwandert oder erradelt werden können.

Am Dorfplatz wird eine Info-Tafel errichtet, um Vereinen und Bürgern die Möglichkeit zum Austausch zu geben, in einer Dorfbörse an gleicher Stelle kann ein jeder seine Bedürfnisse, seine Wünsche oder sein Anliegen kundtun. Für den hohen Besuch am 18. Juni hat man nach Worten Reiner Beumers schon das „Drehbuch” formuliert.

Die Kommission wird in Gillrath die Selfkantbahn besteigen, um dann mit Volldampf in Schierwaldenrath anzukommen und in Empfang genommen zu werden. Mit dem Oldtimer-Bus der West Energie werden die Juroren zu den interessanten Zielen weiterfahren. Im Bürgerhaus wird anschließend nochmals in Wort und Bild der Ort präsentiert.

Bei derlei Vorbereitungsstress haben sich die Schierwaldenrather auch ein wenig Entspannung verdient. Am 17. Juni, am Vortag des alles entscheidenden Tages, steigt das große Dorffest.

Bleibt nur zu hoffen, dass am Montag, wenn die Kommission kommt, wieder alle Blumenkübel gerade gerückt sind.
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