Kreis Heinsberg - Unschöne Geschichte beschäftigt Wehrleute

Unschöne Geschichte beschäftigt Wehrleute

Von: bast
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Kreis Heinsberg. Zu einer außerordentlichen Versammlung wurden die Delegierten des Kreisfeuerwehrverbandes Heinsberg ins Wegberger Forum einberufen. Kreisbrandmeister Karl-Heinz Prömper hatte nach eigenen Worten eine solche Notwendigkeit seit 20 Jahren noch nicht erlebt.

Aber Ereignisse um das Haus Phönix, ursprünglich ein Feuerwehrerholungsheim in Bergneustadt im Oberbergischen Kreis, hatten die Feuerwehrwelt in Nordrhein-Westfalen in Unordnung gebracht.

Das Haus war in die Jahre gekommen, musste saniert und renoviert werden; einziger Gesellschafter der Einrichtung war der Landesfeuerwehrverband. Dieser erhielt auch Fördergelder in beträchtlicher Höhe, die längst verbaut sind. Es sei wohl erheblich gegen bestehende Förderungsrichtlinien verstoßen worden, so war zu hören. Deshalb forderte der Regierungspräsident nach Landeshaushaltssatzung 2,7 Millionen Euro zurück.

Was die Feuerwehrkameraden als Willkürakt ansehen, war nach einem Brief der Landtagsabgeordneten Dr.Gerd Hachen und Bernd Krückel an den Vorsitzenden des Kreisfeuerwehrverbandes aber zwingend notwendig - ohne Spielraum. Dann begannen die Auswirkungen. Obwohl das Haus, inzwischen ein Vier-Sterne-Hotel, schwarze Zahlen schreibt, musste es Insolvenz anmelden.

Das tat auch der Landesfeuerwehrverband als einziger Gesellschafter, um Schadensbegrenzung zu erzielen. Danach traten auch die Kreisverbände einschließlich Heinsberg aus, um vor möglichen Regressforderungen sicher zu sein. Schnell wurde ein Ersatzverband gegründet.

Alle Einzelheiten der „unschönen Geschichte”, wie sich Karl-Heinz Prömper ausdrückte, wurden bei der außerordentlichen Versammlung recht emotional dargelegt, zeigte man sich doch empört über das Verhalten des Innenministeriums gegenüber den Ehrenamtlern.

Bezirksbrandmeister Manfred Savoir erläuterte die augenblickliche Gründungsphase des neuen Verbandes und forderte die Delegierten des Kreisverbandes auf, ihre Bereitschaft zum Beitritt zu erklären. Dies taten sie dann auch einstimmig. Der Zeitpunkt der Vollziehung wird noch bestimmt.

Bekannt ist, dass der neue Nachfolgeverband und der provisorische Vorstand als Gesellschafter des Hauses Phönix nicht zur Verfügung stehen. Man möchte aber verschiedene Bereiche aus der Insolvenzmasse retten und auf den neuen Verband übertragen wissen. Es geht da vor allem um Finanzen aus dem sozialen Bereich, der Jugendfeuerwehr, von den musiktreibenden Zügen, der Zeitschrift „Der Feuerwehrmann” und der Service-GmbH. Das Innenministerium hat zwar in Aussicht gestellt zu prüfen, ob und welche Mittel dem neuen Verband übertragen werden können, zuständig als Gläubiger im Insolvenzverfahren ist jedoch das Finanzministerium.

Dass die Kommunen an der Arbeit der Freiwilligen Feuerwehren sehr interessiert sind, zeigte sich auch in der Anwesenheit der Bürgermeister, Vertreter oder Beauftragten aller Städte und Gemeinden des Kreises.
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