Kreis Heinsberg - Unnötige Infektionsängste führen zur Diskriminierung

Unnötige Infektionsängste führen zur Diskriminierung

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Kreis Heinsberg. Der Aids-Beratungs- und Hilfsdienst der Arbeiterwohlfahrt berät nicht nur zum HIV-Test, sondern auch zum Zusammenleben mit Menschen mit HIV.

Darauf weisen die Mitarbeiterinnen der Beratungsstelle Renate Kaspar und Rut Hölz, im Vorfeld des Welt-Aids-Tages am 1. Dezember hin. Viele Menschen seien im konkreten Umgang mit HIV-Positiven immer noch unsicher. Unnötige Infektionsängste würden häufig zur Diskriminierung von Menschen mit HIV führen.

„Etwa ein Viertel der erwerbstätigen Menschen mit HIV berichten von diskriminierenden Reaktionen ihrer Arbeitsgeber. Besonders schwierig stellt sich auch der Umgang mit HIV-positiven Kindern und Jugendlichen in Kindergärten und Schulen dar“, erläuterte Rut Hölz, Sozialpädagogin und Präventionsfachkraft der Einrichtung. Die Beratungsstelle stellt ihr Knowhow gerne Arbeitgeberinnen und Arbeitgebern sowie dem Personal von Kindergärten und Bildungseinrichtungen zur Verfügung.

„Für Angst sollte man sich nicht schämen“, so Rut Hölz. „Wir unterstützen Menschen gerne bei dem Abbau ihrer Ängste und bei der Entwicklung eines alltäglichen Umgangs mit Menschen mit HIV.“ HIV werde im alltäglichen Zusammenleben nicht übertragen. Auch mit HIV-positiven Menschen zusammen zu arbeiten oder zu lernen, berge keine Ansteckungsgefahr.

Das Beratungsangebot der Arbeiterwohlfahrt richtet sich ebenfalls an Ärztinnen und Ärzte mit HIV-Patientinnen und -Patienten sowie an Familienangehörige und Freundinnen und Freunde von Menschen mit HIV. Die Beratung ist anonym, vertraulich und kostenlos. Der AIDS-Beratungs- und Hilfsdienst bietet Beratung zu HIV/Aids telefonisch montags, mittwochs bis freitags von 9 bis 17 Uhr und dienstags von 10 bis 18 Uhr sowie Gesprächstermine nach telefonischer Vereinbarung an.

Seit 1988 wird der Welt-Aids-Tag jährlich am 1. Dezember begangen. 2015 findet er zum 28. Mal statt. Mit öffentlichen Aktionen und viel persönlichem Engagement wird durch bundesweite Veranstaltungen – auch im Kreis Heinsberg – an diesem Tag an HIV/Aids erinnert. Das Engagement rund um den Welt-Aids-Tag – insbesondere das von jungen Menschen sowie ehrenamtlichen Mitarbeitern der AWO – ist nach Angaben der Beratungsdienstes beeindruckend.

Viele engagieren sich

So beteiligen sich das Berufskolleg Erkelenz, das Institut für Pflege und Soziales der AWO in Heinsberg, das AWO-Bildungswerk in Übach-Palenberg und die Fortbildungsakademie der Wirtschaft in Geilenkirchen mit Informationen für Schüler, Auszubildenden oder Mitarbeiter. Auch die Haag-Apotheke in ­Hückelhoven, die Apotheke an der Westpromenade in Heinsberg und die Severinus-Apotheke in Karken warten mit einem Info-Tisch für ihre Kunden auf.

Die Aids-Beratung – Koordinationsstelle vieler Aktionen – hatte sich für eine Aktion mit ehrenamtlichen Mitarbeitern für den Erkelenzer Weihnachtsmarkt, eine Mal-Aktion für Kinder und einen Benefizverkauf mit Beton-Objekten von Rebecca Derinöz-Hölz entschieden.

Am Welt-Aids-Tag selbst finden weitere interessante Aktionen statt: Schüler und Schülerinnen der Realschule Heinsberg werden wieder in der Pause bei ihren Mitschülern und Mitschülerinnen für Toleranz und Gleichheit werben. Dabei ist besonders das Engagement von Sabine Funk, Lehrerin an der Realschule, hervorzuheben.

ber auch Tanja Arnolds, Sozialpädagogin am Kolping-Bildungswerk in Erkelenz, ist in diesem Jahr wieder mit dabei und will gemeinsam mit Lehrgangsteilnehmern am 1. Dezember eine Umfrage zum Thema HIV/AIDS in der Erkelenzer Bevölkerung starten.

Nicht zu vergessen sind die fleißigen Helfer der Arbeiterwohlfahrt, welche die Beratungsstelle bei den Vorbereitungen zum Welt-Aids-Tag tatkräftig unterstützt haben.

„Insgesamt haben uns alle Kooperationspartner und Helfer bereits im Vorfeld durch besonderen Ideenreichtum begeistert. Wir freuen uns auf eine gute Resonanz und Spendenbereitschaft zugunsten des Aids-Fonds der AWO“, erklärte Renate Kaspar, Leiterin der Beratungsstelle. Denn sämtliche Spenden und Einnahmen kommen ausschließlich Menschen mit HIV im Kreis Heinsberg, die sich in einer finanziellen Notlage befinden, zugute.

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