Und plötzlich steht ein Auto im Garten

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Die 68-jährige Eleonore Geißer kämpft gegen die Behörden. Foto: Schmitz

Wegberg-Merbeck. Eleonore Geißer kämpft für mehr Sicherheit in Merbeck. Ihr Ziel: „Entschärfung” der Ortseinfahrt der L126 von Harbeck nach Merbeck. Seit Jahren ist die Seniorin dafür aktiv.

Derzeit weisen Schilder die von Harbeck kommenden Autofahrer darauf hin, dass eine Geschwindigkeitsbegrenzung auf 70 Stundenkilometer gilt. Auch das Ortsschild wurde auch weiter nach vorne versetzt, was Geißer jedoch nicht für ausreichend hält.

Die geplante Straßenbegradigung hält sie ebenfalls für einen Fehler. „Das animiert nur noch mehr zur Raserei”, ist sie sich sicher. Und sie weiß, wovon sie spricht. Denn 2002 hatte sie auf einmal einen Sportwagen im Garten stehen, der eigentlich auf die Straße gehört. Von der war er aber wegen der überhöhten Geschwindigkeit abgekommen und prompt in ihrem kleinen Biotop gelandet.

In dem kann sie sich nach eigener Aussage gerade an den Wochenenden kaum noch aufhalten. „Störend ist nicht der Berufsverkehr”, betont sie. „An den Wochenenden kommen die Raser, die neben der Gefährdung auch einen ziemlichen Krach verursachen.”

Seitens der Stadt war ihr schon geraten worden, sich eine Schallschutzwand zu bauen, was sie jedoch kategorisch ablehnt. Aus Kostengründen, und weil sie nicht in einem „Ghetto” leben will. Geißer plädiert für einen „Starenkasten” am Ortseingang. Auch mobile Schweller wären sinnvoll, wie sie in den Niederlanden zum Einsatz kommen, um den Rasern Einhalt zu gebieten.

Dies sieht man beim Straßenbetrieb NRW und bei der Kreispolizeibehörde anders. Dort will man abwarten und schauen, ob die Begradigungsmaßnahmen zu einer Abnahme der Unfälle führen. Die Errichtung einer Messanlage sei auch aus Kostengründen nicht sinnvoll.

Insgesamt hat es an der Ortseinfahrt bereits drei tödliche Unfälle gegeben. Auch für die Merbecker sieht Geißer eine große Gefahr, denn am Ortseingang liegen der Friedhof und ein Stück weiter auch der Kindergarten und die Grundschule.

Mit ihrem Kampf gegen die Raser hat Geißer begonnen, als ihre Enkel noch in Merbeck zur Schule gingen. Diese sind zwar heute schon längst erwachsen oder auf den weiterführenden Schulen, was sie aber nicht davon abhält, weiterhin für eine effektive und sinnvolle Verkehrsberuhigung zu kämpfen.

Im Mai erhielt sie erneut einen Brief des Landrates, in dem er betont, dass „keine Maßnahmen erforderlich” seien und die geplante Begradigung angeblich Unfälle verhindere. Eine Auffassung, die die 68-Jährige beim besten Willen nicht teilen kann. „Mir wurde gesagt, dass die Hinweise auf die 50-Stundenkilometer-Begrenzung ausreichend seien”, erklärt sie und weiß aus eigener täglicher Erfahrung, dass es nicht stimmt.

Unterstützung findet Eleonore Geißer bei Bürgermeisterin Hedwig Klein, die ihre Auffassung teile und sie aufgefordert habe, ihr Engagement nicht ruhen zu lassen. Klein wird jedoch nach der Kommunalwahl nicht mehr im Amt sein. Eleonore Geißer wird also alleine weitermachen, das hat sie sich vorgenommen. Und so wird sie weiterhin die Behörden und Ministerien anschreiben, für ihr Anliegen werben und hoffen, dass es zwischenzeitlich keine weiteren Toten mehr gibt.
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