Erkelenz-Keyenberg - Umsiedlungsbetroffene des Tagebaus auf der Suche nach einer neuen Heimat

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Umsiedlungsbetroffene des Tagebaus auf der Suche nach einer neuen Heimat

Von: hewi
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Im Verlauf des Forums zur Umsi
Im Verlauf des Forums zur Umsiedlung von Keyenberg, Kuckum,Unterwestrich, Oberwestrich und Berverath besichtigten Bürger ein mögliches Wohngebiet zwischen Schwanenberg und Oerath. Foto: Koenigs

Erkelenz-Keyenberg. Am Samstag fand die dritte Besichtigung von möglichen Umsiedlungsstandorten für die vom Tagebau betroffenen Bürger aus Keyenberg, Kuckum, Berverath sowie Ober- und Unterwestrich statt. Diesmal wurden sie in vier Bussen in den Erkelenzer Westen gebracht, wo sie im Regen auf dem Acker zwischen Schwanenberg und Oerath ihre mögliche neue Heimat in Augenschein nahmen.

Die bisherigen Exkursionen hatten nach Venrath und Kückhoven geführt. Mit dem Suchraum zwischen Schwanenberg, Grambusch und Oerath hat man sich bisher am weitesten von den Altorten entfernt, die nach dem Willen der Verantwortlichen für insgesamt rund 1100 Bürger neu entstehen werden.

Der Leitbildprozess bei der Suche nach einer neuen Heimat wird von einer Arbeitsgruppe um die beiden Aachener Städteplaner Professor Rolf Westerheide von der RWTH und Uli Wildschütz begleitet. Sie und ihr Team waren auf Wunsch der Umsiedler mit gut sichtbaren Namensschildern ausgestattet, nachdem sich einige Bürger bei der letzten Exkursion über fremde und unbekannte Gesichter in den Bussen gewundert hatten.

Zurück in der Mehrzweckhalle Keyenberg wurden für und wider der Standortvarianten diskutiert. Mit rund 250 in Frage kommenden Hektar Fläche stehen verschiedene Varianten zur Verfügung. Neben der Variante „Schwanenberg” sind dies noch „Oerath” und „Erkelenz West” am Oerather Mühlenfeld. In jeder der vorgestellten Varianten ist eine Beibehaltung der dörflichen Strukturen bei einem gemeinsamen Ortsmittelpunkt sowie ausreichend Grünflächen vorgesehen.

Zu nahe an Oerath wollten die Umsiedler aber nicht, wie sich in der Diskussion ergab, da die nahe Kreisstraße 29 einen Lärmschutzwall notwendig machen würde. Darüber hinaus wurde bemängelt, dass Oerath ein ganz entscheidendes Kriterium nicht biete: den weiten Blick ins Land. Den sind die zukünftigen Umsiedler nämlich gewohnt und den wollen sie auch beibehalten.

Da in allen Varianten eine Anbindung an den bestehenden Nachbarort geplant ist, wurde als Alternative eine mittige Lage zwischen den beiden Varianten Schwanenberg und Oerath ins Auge gefasst. Die Anbindung könnte in diesem Falle durch die L 19 zwischen Erkelenz und Grambusch geschehen. Eine schnelle Verbindung in die Innenstadt könne durch eine Unterführung unter der B 57 geschaffen werden, wie Wildschütz betonte.

Ob dies aber „Fakt oder Wunschdenken” sei, wie Gabi Clever vom Bürgerbeirat wissen wollte, konnte er nur ausweichend antworten. Zu viel „vielleicht” bestimmt wie es aussieht noch den Meinungsbildungsprozess, was bei den Umsiedlern für Skepsis sorgt. Allem Anschein nach sei bisher auch noch nicht daran gedacht worden, wie die zukünftigen Nachbarn der Umsiedler auf die neue Situation reagieren, merkte Clever an.

In die Überlegungen einbezogen werden müssen auch die kulturellen und sozialen Angebote sowie die Möglichkeiten des ÖPNV der potenziellen Nachbarorte. Hier hatte Oerath klar das Nachsehen gegenüber Schwanenberg und dem Oerather Mühlenfeld. Ob es aber mit dem freien Blick ins Land auch auf Dauer etwas würde, wenn sich die Umsiedler für den Standort bei Schwanenberg entscheiden würden, bleibt fraglich.

Denn noch sei nicht mit der Planung für die Umsiedlung Holzweilers begonnen worden, wie der technische Beigeordnete Ansgar Lurweg betonte. „Wir wissen nicht, wie in 30 Jahren geplant wird”, betonte er. Auf Dauer in der Planung von einer Alleinstellungslage auszugehen, sei „ein Trugschluss”. Auch bei den Betroffenen herrschen unterschiedliche Meinungen vor. So erhielt eine Anbindung an Schwanenberg durchaus Applaus bei den Anwesenden.

Doch noch muss auch keine Entscheidung getroffen werden. „Nach dem Suchraum ist vor dem Suchraum” lautet zuerst einmal die Devise. Denn Forum fünf befasst sich im Juni mit dem Siedlungsstandort Erkelenz-Nord bei Borschemich (neu), bevor im Herbst alle bisher besuchten Suchräume verglichen werden. Im Oktober folgt dann eine Informationsveranstaltung der Bezirksregierung und im November die Wahl des Suchraumes.

Im Januar 2013 werden die betroffenen Bürger über ihre Teilnahme an der gemeinsamen Umsiedlung befragt. Erst dann wird über den konkreten Standort diskutiert.

Alle bisherigen Suchräume sind auch online einzusehen. Unter www.buergerbeirat.de können sich Betroffene informieren und mit den Vertretern des Bürgerbeirates Kontakt aufnehmen.
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