Hückelhoven-Baal - Umgehung Baal: Halbe Sache als ganze Lösung?

Umgehung Baal: Halbe Sache als ganze Lösung?

Von: Norbert F. Schuldei
Letzte Aktualisierung:
hück-baal-bu1
Fast 10.000 Fahrzeuge quälen sich täglich durch Baal. Foto: N. Schuldei

Hückelhoven-Baal. Die Bewohner des Neubaugebietes Am Sonnenhügel im Süden der Ortschaft Baal fühlen sich verschaukelt: „Erst verkauft uns die Stadt die Grundstücke für teures Geld”, klagen sie, „und jetzt soll die Umgehungsstraße direkt vor unserer Haustür gebaut werden”.

Dass ihre Befürchtung bei den politischen Bedenkenträgern kaum auf Widerhall stößt, hat einen einfachen Grund: Wohl keiner der im Hückelhovener Rathaus Verantwortlichen rechnet damit, dass dieses Problem in naher Zukunft ein ernsthaft zu diskutierendes Thema wird.

Zwar wurde in der Sitzung des Bauausschusses am Dienstagabend erneut der Stand der Dinge in Sachen „B 57 n” in allen Varianten vom Technischen Beigeordneten Dr. Achim Ortmanns vorgestellt - in der anschließenden Diskussion wurde aber sehr deutlich, dass es allen Beteiligten vornehmlich um den ersten Teil der Umgehung Baal geht: Den von der Autobahn 46 bis auf die Landstraße 117. Damit die Lastwagen Richtung Gewerbegebiet sich nicht mehr durch Baal quälen müssen. „Das wäre ein Segen für Baal”, sagten die örtlichen Mandatsträger Arnold Heinrichs (SPD) und Hildegund Wilkop (CDU) über die Parteigrenzen hinweg wie aus einem Munde. Man stehe, sagte der Technische Beigeordnete, „noch in einem sehr frühen Stadium des Verfahrens”.

Von einer Linienbestimmung kann noch keine Rede sein, die Umweltverträglichkeitsstudie ist das, was man in Händen halten kann. Und von diesen fünf Varianten bleibt eine, die den Ansprüchen aller genügt: 2c. Die anderen Pläne können in die Tonne wandern. Von dieser Variante 2c weiß man, dass der erste Teil von der alten B 57 hinter Granterath bis zur L117 als Zubringer zum Gewerbegebiet Baal mit nur wenig Aufwand und damit auch ohne viel Zeitverlust realisiert werden kann.

Der zweite Teil von einem (neuen) Kreisverkehr an der L117 mit der Bahnquerung und dem Schlenker zurück auf die alte B57 ist mit einer Vielzahl von Fragezeichen behaftet. Bürgermeister Bernd Jansen sagte es öffentlich: „Der Bund ist Baulastträger und plant von der B57 zurück auf die B57. Wenn es nur den ersten Teil quasi als Bypass von der Autobahn bis zur L117 geben sollte, dann nur als kommunale Straße.” Und fügte gleich die Konsequenz hinzu: „Das heißt: die komplette Umgehung Baal wäre dann für alle Zeiten gestorben.” Damit aber könnten offenbar nicht nur die Baaler leben. „Es gibt für den Bund wichtigere und dringendere Straßenprojekte als die Umgehung Baal”, sagt ein erfahrener Kommunalpolitiker im vertraulichen Gespräch.

Man braucht nur über die Schulter nach Ratheim zu gucken: Dort wälzen sich täglich rund 17.000 Fahrzeuge durch den Ort. Und Ortschaften wie Ratheim gibt es in der Republik viele, auch an Bundesstraßen gelegene. Außerdem: Das Geld für Straßenbauten wird in den nächsten Jahren nicht üppiger fließen als heute. Und so, wie die Planungen laufen, ist mit einem Bau in Baal frühestens im Jahr 2015 zu rechnen. Insofern ist der Spatz in der Hand, also die „halbe” Umgehung, möglicherweise doch eine runde Sache.
Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert