Erkelenz - Trotz Krise: Der Standort Erkelenz ist noch gesund

Trotz Krise: Der Standort Erkelenz ist noch gesund

Von: Helmut Wichlatz
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Erkelenz. Beim alljährlichen Unternehmerfrühstück im Alten Rathaus war die derzeitige Wirtschaftskrise schon das alles überschattende Thema.

Bürgermeister Peter Jansen hatte betont, dass die Konjunkturmaßnahmen der Bundesregierung auch den Mittelstand berücksichtigen sollten. In einem Vortrag informierte der Prokurist der Wirtschaftsförderungsgesellschaft (WFG) Axel Wahlen über die regionalisierte Investitionsförderung der Landesregierung, die auch den Kreis Heinsberg und Erkelenz betrifft.

Bei den rund 150 Gästen aus der Erkelenzer Wirtschaft herrschte gedämpfter Optimismus, denn die Auswirkungen der Krise seien auch schon in der lokalen und regionalen Wirtschaft zu spüren. Dies weiß auch Richard Ringering, der Geschäftsführer der Erkelenzer Niederlassung von Drekopf.

Das Mönchengladbacher Entsorgungs- und Recyclingunternehmen betreibt in Erkelenz an der Ferdinand-Clasen-Straße ein Recyclingzentrum, das im November vorigen Jahres eröffnet wurde. Von Erkelenz aus wird zum Beispiel der Rohstoff Altpapier weltweit gehandelt. Rund 30 Prozent des Umsatzes werden auf dem außereuropäischen Weltmarkt, vorzugsweise in China und Indien gemacht.

Ein lukratives Geschäft, das auch in den ersten drei Quartalen des Vorjahres gut lief, wie Ringering betont. Der Einbruch kam im vierten Quartal und halt noch an. „Die Entwicklung hat zu Einbrüchen von bis zu 30 Prozent gegenüber dem Vorjahr geführt”, erklärt Ringering. Zeitweise war der Preis für die Tonne Altpapier von 80 auf rund fünf Euro gesunken. Trotzdem sei der Standort Erkelenz noch gesund, Gewinne werden nach wie vor erwirtschaftet. „Wir können uns keine Vogelstrauß-Politik leisten”, erklärt Ringering das Unternehmenskonzept.

Bei Drekopf hat man auf die schwierige Marktlage mit aggressiver Preispolitik und dem Abverkauf der Vorräte reagiert. Auch mussten sechs Leiharbeiter nach Hause geschickt werden. Für die rund 70 festen Mitarbeiter am Standort Erkelenz bestehe jedoch kein Grund zur Sorge um den Arbeitsplatz, hob er hervor.

Der weltweite Wettbewerb werde in den nächsten Jahren noch härter. Die Unternehmen müssten sich diesem Wettbewerb stellen, „wobei der Bessere überleben” werde. Drekopf kauft und verkauft das Papier über Grenzen hinweg. So stammt der Rohstoff aus Irland, dem Baltikum und anderen europäischen Regionen.

Dabei sei Recycling gerade in der Papierindustrie ein fragiler Kreislauf, wie Ringering erklärt. Wenn es papierverarbeitenden Industriezweigen schlecht gehe, gerate das Recyclingunternehmen auch in Schwierigkeiten. Auch bei den Rohstoffmengen wurden im Januar 20 Prozent Einbußen gegenüber dem Vorjahr verzeichnet. Mit Blick auf die Bemühungen der Bundesregierung zur Ankurbelung der Konjunktur wünsche er sich Maßnahmen, „die jeden einzelnen entlasten”.

Eine Senkung der „Steuern für Verbraucher wie Unternehmer gleichermaßen” hält er aus „volkswirtschaftlicher Sicht für einen sinnvollen Beitrag” zum Konjunkturprogramm.
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