Kreis Heinsberg - Trotz Handicap voll in die Firma integriert

Trotz Handicap voll in die Firma integriert

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Nico Lürken (r.), Mitarbeiter der Werkstatt für behinderte Menschen (WfbM) bei der Firma DSK Innovation in Wegberg, kontrolliert die Retouren. Verpackungen, die beschädigt sind, werden erneut eingeschweißt und etikettiert. Und die Bücher, die gar nicht mehr für den Verkauf geeignet sind, sortiert er aus.

Kreis Heinsberg. Seit einem Jahr arbeiten 13 Mitarbeiter der Werkstatt für behinderte Menschen (WfbM) bei der Firma DSK Innovation in Wegberg. Das Unternehmen liefert Bücher und demnächst auch CDs. Die Firma hat in der Vergangenheit schon oft Aufträge an die Werkstattbetriebe der Lebenshilfe Heinsberg vergeben. Nun wurde eine Werkstatt-Gruppe in ihren Betrieb in Wegberg integriert.

Jürgen Dreßen, Fachkraft für Arbeits- und Berufsförderung in der Werkstatt für behinderte Menschen, begleitet die Mitarbeiter vor Ort, ist sozusagen „Mädchen für alles“. Dreßen ist Vertrauensperson für die Mitarbeiter, vermittelt zwischen Betriebsleitung und Mitarbeitern, erklärt die Arbeitsschritte oder teilt die Mitarbeiter ein. „Wir sind hier von Anfang an sehr gut aufgenommen worden. Das Arbeitsklima ist angenehm und unkompliziert, und die Mitarbeiter und ich kommen wirklich gerne zur Arbeit.“

Jede Menge Abwechslung

Auch Niko Lürken ist jetzt Mitarbeiter der Werkstattgruppe bei DSK. Er kontrolliert gemeinsam mit zwei Mitarbeitern aus der WfbM und zwei Kolleginnen der Firma DSK die Retouren. Verpackungen, die beschädigt sind, werden erneut eingeschweißt und ettikettiert, Bücher, die gar nicht mehr für den Verkauf geeignet sind, aussortiert. „Wir sind hier super aufgenommen worden. Da gibt es nichts zu meckern. Die Arbeit ist sehr abwechslungsreich, denn ich werde überall da eingesetzt, wo gerade jemand gebraucht wird“, sagt Lürken.

Vorher habe er mehrere Jahre in der Küche der Lebenshilfe gearbeitet, was ihm auch Spaß gemacht habe. „Aber irgendwann wollte ich mich weiterentwickeln und bin in diese Gruppe gewechselt. Und tatsächlich lerne ich hier sehr viel. Das wird mir hoffentlich nützen.“

Simone Wersich ist eine von 45 Angestellten bei DSK und bereits seit drei Jahren in der Firma. Sie arbeitet in der Produktionsabteilung, in der Bücher etikettiert und nach Kundenvorgabe verpackt werden.

Vorurteile abbauen

Und sie gesteht: „Bis vor einem Jahr hatte ich keine persönlichen Erfahrungen mit Menschen mit Behinderung und, wenn ich ehrlich bin, durchaus Vorurteile ihnen gegenüber.“ Damals hätte sie nie gedacht, dass die Mitarbeiter mit Handicap diese Arbeit so gut machen.

„Aber nach ein bis zwei Wochen Einarbeitungszeit war klar: Das passt! Wir arbeiten sehr gut zusammen, und durch die positiven persönlichen Erfahrungen hier haben sich meine Ansichten verändert. Mittlerweile würde ich mir schon wünschen, Menschen mit Behinderung hätten mehr Chancen außerhalb der Werkstatt für behinderte Menschen in Firmen zu arbeiten“, betont Wersich.

Auch DSK-Vorarbeiter Thomas Ruff hatte bis vor einem Jahr keinen Kontakt zu Menschen mit Behinderung. Von ihren Leistungen aber ist er begeistert. „Der Betrieb hier läuft absolut reibungslos. Behinderte und nichtbehinderte Kollegen haben im Laufe der Zeit voneinander gelernt: Die behinderten Kollegen wissen jetzt genau, was sie zu tun haben, und die nichtbehinderten Kollegen haben gelernt, Rücksicht zu nehmen, etwa wenn jemand mal eine kurze Auszeit braucht oder nicht ganz so schnell arbeitet wie wir.“

Dass das Arbeitsklima gut ist, ist deutlich zu spüren. Es herrscht eine ruhige und entspannte Atmosphäre. Alle 13 Mitarbeiter arbeiten ganz selbstverständlich an verschiedenen Arbeitsplätzen Hand in Hand mit Festangestellten der Firma DSK zusammen. „Es ist aber nicht immer so ruhig. Es kann schon mal vorkommen, dass es auch mal hektisch wird“, so der Leiter des operativen Bereichs, Sascha Wolff.

„Aber die Jungs und Mädels haben sich super darauf eingestellt und es gibt keinen Grund zur Klage. Im Gegenteil, ich persönlich empfinde die Gruppe durchaus als Bereicherung für unseren Betrieb. Die Mitarbeiter kommen gerne zur Arbeit, das spürt man. Sie haben eine positive Stimmung mitgebracht…“

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