Heinsberg - Trommeln lassen Afrika lebendig werden

Trommeln lassen Afrika lebendig werden

Von: defi
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Der Fassanstich durch Bürgerm
Der Fassanstich durch Bürgermeister Wolfgang Dieder im Beisein des Königspaars Sarah und Thomas Glowa (l.) und Schützenpräsident Siegfried Jansen (M.) eröffnete traditionell die Heinsberger Stadtkirmes. Foto: defi

Heinsberg. Wenn alle an einem Strang ziehen, vorausgesetzt am selben Ende, wird Heinsberg auch weiterhin seinem Motto „Heinsberg zieht an!” gerecht werden. Am Wochenende machten die Schützen und der Gewerbe- und Verkehrsverein (G&V) gemeinsam den Auftakt zum Heinsberger Sommer, und Heinsberg zog wieder einmal die Menschen aus nah und fern an.

Der Sommer-Boulevard des G&V und die Stadtkirmes der Vereinigten Schützenbruderschaften machten die ganze Innenstadt zur Flaniermeile. „Ich wusste gar nicht, dass hier auch Kirmes ist”, stotterte ein Radfahrer, der am Samstag die Hochstraße passieren wollte und von einem Ordner freundlich aufgefordert wurde, doch bitte abzusteigen, denn die ganze Innenstadt sei am Wochenende Kirmesplatz.

Die Vereinigten Schützenbruderschaften Heinsberg hatten die lang gehegte Idee, die Heinsberger Stadtkirmes neu zu gestalten, in die Tat umgesetzt. Der bisherige Kirmesplatz auf dem Parkplatz an der Ostpromenade ist nicht mehr zentraler Veranstaltungsort, hinzu gekommen ist der Marktplatz und als Bindeglied zwischen beiden Plätzen das Festzelt der Schützen an der Poststraße. Jeweils ein großes Fahrgeschäft auf jedem der Plätze waren die Attraktion für die Kirmesbesucher, natürlich ergänzt durch die zu jeder Kirmes gehörenden Imbissbuden, Karussells, Fahrgeschäfte und Glücksbuden.

Doch auch in den Straßen der Innenstadt herrschte Kirmesstimmung. Auf der Hochstraße und den anliegenden Straßen fanden die vielen Besucher, die Heinsberg am Samstag und Sonntag anzog, zahlreiche kleinere Fahrgeschäfte und schön aufgemachte nostalgische Kirmeswagen.

Den Sommer-Boulevard des Gewerbe- und Verkehrsvereins mit dem obligatorischen verkaufsoffenen Sonntag hatte Organisator Günter Kleinen in diesem Jahr unter das Motto Afrika gestellt. Dr. Bernd Bierbaum und sein Verein „Wir für Ruanda” hatten zum Afrikafest fast alle Organisationen zusammengetrommelt, die sich im Kreis Heinsberg für Menschen in afrikanischen Ländern engagieren. Ihre Stände hatten die Gruppen auf dem Rathausvorplatz aufgebaut.

Das aus den vorangegangenen Jahren des Sommer-Boulevards bekannte Bühnenprogramm fehlte zwar, doch Günter Kleinen hatte sich einige Attraktionen einfallen lassen, die auch ohne Bühne ihr Publikum fanden. Als ein Highlight waren die burundischen Kriegstrommler angekündigt, die aus dem ganzen Bundesgebiet zusammen gekommen waren, um auf dem Heinsberger Sommer-Boulevard die Kultur ihres Landes den Besuchern nahe zu bringen.

Für die offizielle Eröffnung des Sommer-Boulevards hatte sich Kleinen etwas einfallen lassen. Wer denkt bei Afrika nicht sofort auch an wilde Raubkatzen? Eine solche bekam Bürgermeister Wolfgang Dieder als Schirmherr auf den Arm. Dieder staunte nicht schlecht, fand aber den richtigen Griff und wiegte das glücklicherweise erst wenige Monate alte Raubkätzchen im Arm. Frieda, ein kleiner Serval, und das zweite Kätzchen Friedrich, ein Ozelot, waren die idealen Maskottchen für das Afrikafest. Die beiden Raubkatzen werden von Thomas Staas in Effeld aufgezogen.

Fatima Deckers, geboren in Marokko, beheimatet in Heinsberg, begrüßte die Besucher des Afrikafestes mit Trommelspiel, Tee, selbst gebackenen Süßigkeiten und dem traditionellen Begrüßungsruf, der durch das Schnalzen der ausgestreckten Zunge entsteht und bei den Zuhörern Erstaunen hervorrief, keiner mochte glauben, dass ein Mensch nur mit seiner Stimme solch einen Lärm erzeugen kann. Das Afrikafest bot viele Gelegenheiten sich mit der afrikanischen Kultur auseinander zu setzen,

Bierbaum lud zur Begegnung mit den afrikanischen Mitbürgern ein und sagte: „Sie singen anders, sie tanzen anders und machen eine andere Musik, sie kleiden sich anders, sie kochen anders, lachen anders und sind rundweg lebensfroher und fröhlicher als wir.” Auch der G&V-Vorsitzende lud ein: „Lassen Sie uns gemeinsam zwei Tage feiern.” Und das ließen sich tausende Besucher nicht zweimal sagen.
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