Trio aus Erkelenz soll Drogengeschäfte eingefädelt haben

Letzte Aktualisierung:
Cannabis / Hanf / Marihuana
Nach Marihuana-Lieferungen sitzen acht Tatverdächtige in baden-württembergischen Justizvollzugsanstalten in Untersuchungshaft - drei davon kommen aus Erkelenz. Foto: dpa

Mannheim/Erkelenz. „Drogenring hinter Schloss und Riegel” - „Polizei in Mannheim zerschlägt Ring von Drogenhändlern” - „Ermittlungsgruppe Rauschgift bringt insgesamt acht überregional agierende Drogendealer hinter Gitter!”: So lauteten am Wochenende die Schlagzeilen im Südwesten der Republik. Und zu den acht Personen, die in Untersuchungshaft sitzen, gehören drei Personen aus Erkelenz.

Wie die Staatsanwaltschaft und das Polizeipräsidium in Mannheim in einer gemeinsamen Presseerklärung berichteten, fand in der vergangenen Woche ein von der Ermittlungsgruppe Rauschgift des Polizeipräsidiums Mannheim betriebenes umfangreiches Ermittlungsverfahren gegen die Drogenszene seinen vorläufigen Höhepunkt.

Schon seit Mitte 2005 aktiv?

Den Ermittlern gelang es laut Presseerklärung, bislang insgesamt acht Angehörige eines in mehreren Bundesländern agierenden Drogenrings hinter Schloss und Riegel zu bringen. Nach bisherigen Erkenntnissen der Polizei sollen die mittlerweile Inhaftierten (im Alter zwischen 26 und 36 Jahren) schon seit Mitte 2005 aktiv gewesen sein.

Aufmerksam auf die Tatverdächtigen wurde die Polizei nach eigenen Angaben bei Ermittlungen in der Mannheimer Drogenszene. Ein Kleindealer habe Angaben zu seinen Hintermännern gemacht. „Auf diesem Weg gelang es, Erkenntnisse über ein im Rhein-Neckar-Raum agierendes Quartett und deren Lieferanten, drei Männer aus Nordrhein-Westfalen, zu gewinnen”, erklärten die Ermittler. Dabei habe das Trio aus Erkelenz über die Niederlande Drogengeschäfte eingefädelt.

In der Folge hätten die vier in der Metropolregion Rhein-Neckar wohnenden Zwischenhändler Marihuana-Lieferungen von jeweils bis zu zehn Kilogramm erhalten, sodass im Laufe der Zeit mehrere Hundert Kilogramm Rauschgift den Weg zu den Endkonsumenten gefunden hätten. Die Zwischenhändler hätten die Drogen dann im Käfertaler Wald an sogenannte Unterverteiler weiterverkauft. Ausgehend von den Aussagen des zuerst aufgefallenen Klein­dealers und den ergänzenden umfassenden Angaben eines Tatverdächtigen aus der Zwischenebene sei es den Ermittlern gelungen, das Netzwerk weiter zu entflechten.

Durchsuchungen und Festnahmen

Mitte Mai und Mitte Juni durchsuchte die Polizei auf der Grundlage von zuvor auf Antrag der Staatsanwaltschaft Mannheim beim Amtsgericht Mannheim erwirkten Durchsuchungsbeschlüssen insgesamt zwölf Wohnungen in drei Bundesländern. Bereits am 12. Mai und am 14. Juni nahmen die Ermittler - wie erst jetzt mitgeteilt wurde - acht Verdächtige fest, nachdem der Haftrichter des Amtsgerichts Mannheim auf Antrag der Staatsanwaltschaft Mannheim im Vorfeld Haftbefehle erlassen hatte.

Die drei Tatverdächtigen aus ­Erkelenz sitzen nach Angaben von Polizei und Staatsanwaltschaft ebenso wie ein Wormser, ein Mannheimer und drei Personen aus Südhessen derzeit in verschiedenen baden-württembergischen Justizvollzugsanstalten in Untersuchungshaft.
Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert