Treue zur Gewerkschaft wird belohnt

Von: anna
Letzte Aktualisierung:
8932970.jpg
Langjährige Mitglieder der IG BAU ehrte Vorsitzender Rudi Clemens (l.) bei der Jubilarfeier des Kreisverbandes Heinsberg in der Kirchhovener Gaststätte Bodens. Foto: Anna Petra Thomas

Kreis Heinsberg. Gleich 30 Mitglieder mit insgesamt 1155 Jahren Mitgliedschaft in der Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU) konnte Kreisverbandsvorsitzender Rudi Clemens zur Jubilarfeier in der Gaststätte Bodens in Heinsberg Kirchhoven begrüßen.

Keine andere Berufsgruppe habe das Antlitz dieser Erde über die Jahrtausende hinweg so geprägt und so viele bleibende Werte für die Menschheit geschaffen, erklärte der Vorsitzende zur Begrüßung. Er verband damit seinen Dank für die langjährige Treue der Jubilare zur Gewerkschaft. Clemens blickte zurück auf die Geschichte der Gewerkschaft, deren Wurzeln bis in die zweite Hälfte des 19. Jahrhunderts reichen würden. Der Allgemeine Deutsche Zimmererverein und der Allgemeine Deutsche Maurerverein hätten bereits Jahrzehnte vor den Bismarckchen Sozialreformen Unterstützungskassen für den Fall von Invalidität, Alter, Krankheit, Tod, Streik und Not eingerichtet.

Diese Themen seien auch heute noch aktuell, verwies Clemens auf Altersarmut, Rente mit 67, ausufernde Leiharbeit, krank machende Arbeitsbedingungen und daraus resultierende Frühverrentung mit Perspektive auf Hartz IV. Wo heute Menschen auf Baustellen ausgenutzt würden, gelte es hinzuschauen – gemeinsam mit ehrlichen Arbeitgebern, Zoll und Bezirksregierung. Der „Glasfaser-Skandal“, bei dem Sinti und Roma in Gangelt für einen Stundenlohn von 2,30 Euro ausgebeutet worden seien, zeige, „dass die unseriösen Geschäftemacher den Kreis Heinsberg entdeckt haben. Das werden wir nicht zulassen. Die Ehrlichen dürfen nicht die Dummen sein.“

Zu den wichtigsten Erkenntnissen aus der Geschichte gehöre, dass jede Generation den Verteilungskamp um gesellschaftlichen Wohlstand neu ausfechten müsse, so Clemens weiter. „Dazu gehört, dass gute Arbeit anständig bezahlt werden müsse und dass alle angemessen am gesellschaftlichen Leben teilhaben könnten sowie ihre Existenz solidarisch abgesichert sei. Die Jubilare seien der Beweis dafür, dass sozialer Fortschritt nur gemeinsam erreicht werden könne. „Es ist höchste Zeit, dass sich Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in diesem Land wieder auf ihre eigene Kraft besinnen.“

25 Jahre gehören der IG BAU Angelo Basile, Alois Bellgardt, Klaus-Dieter Brossat, Franz Paul Wilhelm Dassen, Klaus Dörper, Lorenz Jurzik, Regina Nießen, Josef Schönmakers, Hans-Jürgen Schroeder, Reiner Themanns und Christel Zegar an. Seit 40 Jahren sind Johann Cremer, Detlef Frey, August Gemünd, Emil Moser, Hans Randerath, Günther Ruppelt, Friedhelm Stamm, Hans Peter Wanzek und Franz Zilgens dabei. Goldjubilare mit 50 Jahren Mitgliedschaft sind Siegfried Gehde, Siegfried Gritzka, Hubert P. Lausberg, Manfred Mielke, Erich Paul, Paul Rosenthal, Lothar Schimmelfelder und Johann Thönnissen. Für 60 Jahre Mitgliedschaft wurden schließlich Erich Hillmann und Horst Jagusch geehrt.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert