Tragende Säulen des Vereins stehen nicht nur auf dem Platz

Von: kalauz
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„Heimspiel“ ist der Titel des beeindruckenden Bildbandes von Fotograf Markus Bullik. Foto: Kalauz

Wegberg-Moorshoven. „Heimspiel“ ist der Titel des beeindruckenden Bildbandes, das der in dem Örtchen Moorshoven bei Wegberg lebende Fotograf und Diplom-Designer Markus Bullik über drei Spielzeiten hinweg von und über und mit den „Menschen bei Borussia“ im Mönchengladbacher Nordpark gemacht hat.

Sein Buch ist jetzt von der Deutschen Akademie für Fußballkultur für das „Sportbuch des Jahres 2017“ nominiert und steht inzwischen auf der Shortlist für den Preis der Akademie in diesem Jahr.

Die Deutsche Akademie für Fußball-Kultur hat es sich zur Aufgabe gemacht, den Zwischenraum zwischen dem sportlichen Aspekt des Fußballs und dem Feuilleton zu besetzen. Seit 2006 wird jeden Herbst der Deutsche Fußball-Kulturpreis verliehen. Träger ist unter anderem das Amt für Kultur und Freizeit der Stadt Nürnberg, dort findet am 15. Oktober auch die Bekanntgabe der diesjährigen Preisträger statt.

Markus Bullik hat für sein Buch über drei Spielzeiten hinweg die ausgesprochen bunte Vielfalt der Menschen auf den Rängen, in der Nordkurve und in den Katakomben des Stadions auf mehr als 1000 fotografischen Porträts festgehalten. 124 davon finden sich als schwarz-weiße Fotografien – „Schwarz-weiß reduziert das Bild auf das Wesentliche“, sagt Bullik – in seinem Buch wieder.

Bullik gibt darin den tragenden Säulen des Vereins, den Balljungen, dem Ordner, der Wurstverkäuferin, dem Sanitäter, dem Präsidenten, dem Polizisten, dem Fan in der Nordkurve wie dem in der VIP-Lounge und auch dem Hooligan ein Antlitz und stellt diese Menschen auf eine Stufe mit den elf spielenden Akteuren auf dem Platz, deren Gesicht jeder kennt und die an jedem Wochenende für den Club auf Punktejagd gehen. Präzise das Wesentliche hervorhebend und von einfühlsamem Respekt geleitet, setzt Bullik damit den übersehenen Helden des faszinierenden Spektakels ein bemerkenswertes Denkmal.

Ein Bild entsteht so, das es weit über das athletische Spiel der leitenden Vereinsangestellten auf dem grünen Rasen hinaus die ungemeine Popularität ebenso wie die seit vielen Jahrzehnten ungebrochene Faszination des Fußballspieles sichtbar macht. Sein Buch, seine Porträts über die Menschen bei der Mönchengladbacher Borussia, ist deshalb im besten Sinne des Wortes auch ein Heimatbuch.

„Er will weder entlarven, noch anklagen, noch zelebrieren. Auch nichts inszenieren, am wenigsten sich selbst. Sondern einfach zeigen, was das für eine Welt ist, in der sich alles um den Fußball dreht und auch wieder nicht. Erst beim dritten oder vierten Durchblättern merkt man, wie genau der Fotograf Bullik hingeschaut hat, wie messerscharf und doch freundlich er analysiert. Und spätestens nach dem fünften Mal will man sofort in den Borussia-Park, um alle diese Menschen in Bewegung zu sehen.

Die Kameraleute und die Kollegen auf der Pressetribüne, den Würstchenbräter und den Funkmessbeamten. Und natürlich, warum nicht, die Spieler unten auf dem Feld. Sozusagen als Kulisse“, schreibt Birgit Schönau, Autorin für die Süddeutsche Zeitung und das Wochenblatt Die Zeit in ihrer Laudatio zu Markus Bulliks Buch. Gut möglich, dass ihr Vorschlag, Markus Bulliks „Heimspiel – Menschen bei Borussia“ zum Fußballbuch des Jahres zu küren, am 15. Oktober die Mehrheit der Juroren findet.

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