Tour de France 2017: „Chancen stehen 50:50“

Von: disch
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Rollt das Feld der Tour de France am 2. Juli 2017 so über die B 57 durch den Kreis Heinsberg?

Kreis Heinsberg. „Rollt die Tour de France 2017 auch durch den Kreis Heinsberg?“ Diese Frage hatte unsere Zeitung bereits im Januar aufgeworfen und mit Blick auf die am Sonntag, 2. Juli, in Düsseldorf beginnende zweite Etappe, deren Zielort noch unbekannt ist, eine mögliche Streckenführung für die Radrennprofis über die Bundesstraße 57 – via Rath-Anhoven, ­Erkelenz, Granterath und Baal – ins Gespräch gebracht.

Exakt diese Streckenführung wird aktuell von den Verantwortlichen diskutiert, wie der Erkelenzer Bürgermeister Peter Jansen am Mittwoch auf Anfrage bestätigte. Er war zuletzt sogar auf Einladung von Oberbürgermeister Thomas Geisel zu einem Gespräch im Düsseldorfer Rathaus zu Gast, wird die Landeshauptstadt doch im kommenden Jahr der Schauplatz vom Grand Départ, dem großen Tour-Start, sein. Wie groß sind die Chancen, dass die Tour durch den Kreis Heinsberg führen wird? „Ich denke, die Chancen stehen 50:50“, so Jansen.

Im Mai war bekannt geworden, dass es im Zusammenhang mit der Tour 2017 keine aktive, offensive Bewerbung der Region geben solle. Nach Darstellung des Geschäftsführers von der Wirtschaftsförderungsgesellschaft für den Kreis Heinsberg (WFG), Ulrich Schi­rowski, war das Geld der Knackpunkt: Würde sich die Region bewerben und käme sie wirklich zum Zuge, würden 50.000 Euro fällig, hieß es.

Es ging dabei um einen Vertrag, der mit der Stadt Düsseldorf abzuschließen gewesen wäre. Diese hätte sich im Falle eines Vertragsabschlusses beim verantwortlichen französischen Tour-Veranstalter Amaury Sports Organisation (ASO) für die Aufnahme der „Partnerregion“ in den Streckenplan der zweiten Etappe eingesetzt. Und im „Erfolgsfall“ hätte die Region dann eine Summe von 50.000 Euro an die Stadt Düsseldorf überweisen müssen – egal, ob es nun 25 Kilometer, fünf Kilometer oder nur 500 Meter als Kreis Heinsberger Tour-Strecke wären.

Die von den Kommunen zu tragenden Kosten rund um Absperr- und Sicherungsmaßnahmen entlang der Strecke waren da noch gar nicht mitgerechnet. Mit Blick auf die im Falle einer erfolgreichen Bewerbung fällige Summe habe sich unter den Bürgermeistern ein „einhelliges Meinungsbild“ ergeben, so im Mai der WFG-Geschäftsführer. Der Tenor habe gelautet: „Das wollen wir nicht! Das können wir nicht!“ Eine angedachte Refinanzierung über Sponsoren wäre teilweise vielleicht möglich, so Schirowski, in komplettem Umfang aber „relativ unwahrscheinlich“.

Gleichwohl wollte Schirowski die Hoffnung nicht gänzlich aufgeben, dass am Ende die Tour-­Strecke auch ohne eine aktive Bewerbung durch den Kreis Heinsberg führen könnte. Nach dem Start in Düsseldorf und einer 50-Kilometer-Schleife östlich der Rhein-Metropole geht es gen Westen zur ersten Sprintwertung nach Mönchengladbach. Und inzwischen werden in der „Gerüchteküche“ die belgischen Städte Verviers und Marche-en-Famenne als mögliche Etappenziele gehandelt. Wird das Feld also auf der B57 in Richtung Aachen/Belgien rollen?

Jedenfalls weilte kürzlich der Erkelenzer Bürgermeister Peter Jansen, der sich in enger Abstimmung mit seinen Amtskollegen aus dem Kreisgebiet sowie mit Landrat Stephan Pusch und WFG-Geschäftsführer Ulrich Schirowski befindet, im Düsseldorfer Rathaus. Dabei sei die Streckenführung über die B 57 als eine der möglichen Varianten bezeichnet worden, so Jansen.

Es sei bei dem Gespräch um logistische Leistungen, Sponsoring und Eigenmittel der Kommunen gegangen. Jansen hat dabei nach eigener Darstellung aber signalisiert, dass er sich nicht vorstellen könne, dass die hiesigen Kommunen für die Tour-de-France-Passage Steuergelder ausgeben würden. Da seien Kosten und Nutzen abzuwägen.

Logistische Leistungen seien denkbar, aber vor Zusagen müssten erst einmal Informationen vorliegen beispielsweise über Art und Umfang der Absperrmaßnahmen. Die Tour-Streckenplaner hätten bei einer Fahrt über die B 57 in Erkelenz einen Abstecher innerorts über die alte B57 (Krefelder Straße/Aachener Straße) ins Auge gefasst, aber da sei „der Aufwand für die Stadt Erkelenz einfach zu hoch“, begründete Jansen seine ablehnende Haltung in diesem Punkt.

Mit den Bürgermeistern aus Wegberg (Rath-Anhoven) und Hückelhoven (Baal) sowie mit Landrat und WFG-Geschäftsführer will Jansen das weitere Vorgehen besprechen. Aber erst einmal wartet er auf angekündigte Informationen aus Düsseldorf.

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