Toter im Wald: Nur Spaziergängerin vermutet ein Kapitalverbrechen

Von: Rainer Herwartz
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Ein Polizist räumt das Absper
Ein Polizist räumt das Absperrungsband, das um die Bauruine am Heesweg gespannt war, beiseite. Foto: Georg Schmitz

Wassenberg. Die Ermittlungen zum Mordfall um den 46-jährigen Mann aus Bonn-Beuel, der am Dienstagmorgen in einer Bauruine in einem Wassenberger Waldgebiet nahe des Heesweges gefunden wurde, laufen weiter auf Hochtouren.

Mittlerweile stellt sich allerdings die Frage, ob die Spurensuche, und vor allem die nach dem Täter, nicht schon einen Tag früher hätte starten können. Auch die Staatsanwaltschaft in Aachen ist sich da nicht sicher.

Was war geschehen am Tag vor dem schrecklichen Leichenfund? Nach Informationen unserer Zeitung hatte in den Morgenstunden des Montag bereits eine Spaziergängerin eine merkwürdige und für sie höchst beunruhigende Entdeckung gemacht. Eine Blutspur, ein Schlüsselbund und eine Brille. Die Frau hatte daraufhin folgerichtig die Polizei informiert.

Wenig später, so bestätigt auch der Aachener Oberstaatsanwalt Peter Jansen, sei eine Streifenwagenbesatzung an dem von der Frau bezeichneten Ort eingetroffen. Zeitgleich übrigens mit mehreren Jagdaufsehern. Gemeinsam, so schildert es der Oberstaatsanwalt, seien Blutspur, Brille und Schlüsselbund in Augenschein genommen worden. Brille und Schlüssel stellten die Beamten offenbar sogar sicher, da mittlerweile geprüft wird, ob sie mit dem Opfer oder der Tat in Verbindung stehen.

Am Montag dachte außer der Spaziergängerin jedoch noch niemand an ein Kapitalverbrechen. Nachdem Jagdaufseher und Polizisten intensiv die Blutspur betrachtet und wohl auch ein Stück weit verfolgt hatten, beschlossen sie, dass hier mit großer Wahrscheinlichkeit ein Wildunfall oder Wilderei vorlägen. Unschön, aber eben kein Grund für übertriebenen Aktionismus. Alle verabschiedeten sich, die Polizeistreife kehrte zur Wache zurück und schrieb einen Bericht.

Ob die Polizisten sogar vor der Einzäunung der Bauruine standen und wenn ja, warum sie nicht das Gelände betraten, weiß Oberstaatsanwalt Jansen auch nicht so recht. „Im Nachhinein ist man immer schlauer”, sagt er. „Aber ich bewerte das nicht, das steht mir auch nicht zu.” Eine Ermittlungspanne könne er aber nicht erkennen.
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