„Tihange“ bleibt auf der Tagesordnung

Von: disch
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Der Kreis Heinsberg will die Klage der Städteregion Aachen gegen das Atomkraftwerk Tihange mit 3000 Euro unterstützen. Außerdem wird die Verteilung von Jodtabletten ein Thema von Gesprächen sein. Foto: stock/Reporters

Kreis Heinsberg. Der Kreis Heinsberg will die Klage der Städteregion Aachen gegen das umstrittene belgische Atomkraftwerk Tihange nicht nur ideell unterstützen, sondern sich auch an den ­Kosten des Klageverfahrens mit 3000 Euro beteiligen. Dazu gab es am Dienstagabend ein einstimmiges Votum im Kreisausschuss.

Landrat Stephan Pusch (CDU) hatte dem Ausschuss noch einmal mitgeteilt, dass sich auch das Land Nordrhein-Westfalen dazu entschlossen habe, eine Klage gegen den Betrieb des Atomkraftwerkes einzureichen. Auch der Bund habe sich aktuell deutlich stärker gegen die Kraftwerke Tihange und Doel positioniert als noch vor wenigen Wochen. Das Bundesumweltministerium habe gegenüber den belgischen Behörden nunmehr offiziell die Bitte geäußert, die Reaktoren abzuschalten.

„Es ist derzeit nicht erkennbar, dass die belgischen Behörden neben den angekündigten Gesprächen weitergehend auf die Forderungen der deutschen Seite eingehen werden“, sagte Pusch. Offensichtlich bleibe die belgische Atomaufsicht bei ihrer Einschätzung, die Kraftwerke seien sicher. „Vor diesem Hintergrund verwundert es, dass in Belgien jetzt offiziell die Ausgabe von Jodtabletten an die Bevölkerung in einem Umkreis von 100 Kilometern zu den Anlagen vorbereitet wird.“

Pusch erinnerte daran, dass er in der vergangenen Woche NRW-Innenminister Ralf Jäger (SPD) aufgefordert habe, die im Eigentum des Landes stehenden und im Kreishaus gelagerten Jodtabletten ebenfalls freizugeben. Pusch: „Aus meiner Sicht macht es wenig Sinn, die Tabletten erst im Störfall auszugeben, da zugleich die Bevölkerung dazu aufgefordert werden soll, möglichst in den Gebäuden zu verbleiben, um sich nicht unnötig radioaktiver Strahlung auszusetzen.“

Das Innenministerium sei mittlerweile von seiner sehr zurückhaltenden Sichtweise abgerückt und habe zu einem Gespräch eingeladen. Unabhängig vom Ausgang dieses noch nicht terminierten Gesprächs soll laut Pusch Ende des Monats eine Besprechung mit den örtlichen Ordnungsbehörden und dem Kreisordnungsamt stattfinden, „die das Prozedere einer Verteilung zum Gegenstand haben wird“.
 
An dieser Besprechung soll – so regte Dr. Hanno Kehren (CDU) an – das Kreisgesundheitsamt beteiligt werden. Gesprochen werden soll im Falle einer Erlaubnis vom Minister über die vorsorgliche Verteilung der Tabletten oder, sollte es keine Zustimmung vom Minister geben, über die Verteilung im Katastrophenfall.

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