Theaterprojekt holt Shakespeares Romeo und Julia in die Gegenwart

Von: mb
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Im Rahmen einer beeindruckende
Im Rahmen einer beeindruckenden Darbietung präsentierte das Jugendprojekt der evangelischen Kirchengemeinde Schwanenberg „Romeo und Julia”. Foto: Koenigs

Erkelenz/Schwanenberg. Lange Schlangen vor dem Eingang, Parkplätze nur meilenweit entfernt und die Mehrzweckhalle in Schwanenberg bis auf den letzten Platz besetzt: Schwanenberg „feiert” das Theaterprojekt der Konfirmanden (Jahrgänge 2010 und 2011) „Romeo und Julia”.

Alle Rollen sind doppelt besetzt, jedes Ensemble bestreitet drei komplette Aufführungen.

Die Väter der beiden Julias begrüßen sich herzlich. Nicht nur Freunde, Eltern und Großeltern sitzen gespannt im Publikum, auch nette Nachbarn haben den Weg hierher gefunden, „um zwei Nachbarkinder auf der Bühne zu erleben”. Die Theateraufführung hat Tradition und ist immer wieder ein Publikumsmagnet.

Allein die Bühne ist schon ein besonderes Kunstwerk, umbaut von Gerüsten, die zusätzlichen Bühnenraum schaffen. In der Mitte steht eine große Video-Leinwand, die gekonnt eingesetzt wird für stimmungsvolle Hintergrundbilder. Vor allem die Live-Großaufnahmen bestimmter Szenen lassen ein Raunen durch das Publikum gehen, Licht- und Tontechnik lassen keine Wünsche offen.

Die Schauspieler, ganz am Anfang ein wenig nervös - wie es sich gehört -, kommen schnell auf Betriebstemperatur und zeigen sich in bester Spiellaune. Erbitterte Kämpfe als packende Tanzeinlagen, Feste im Capulet-Haus mit erstaunlich moderner Musik und Sätze wie „Wer jetzt nicht tanzt, hat Hühneraugen” oder „Fischer, bleib deinen Chören” lassen erahnen, wie kreativ Matthias Hahn, Marthe Göbels und Regisseur Pfarrer Robin Banerjee die Textvorlage von William Shakespeare überarbeitet haben.

Die großen Tanzchoreographien bereiten nicht nur den Zuschauern, sondern auch den Akteuren sichtlich Vergnügen und entwickeln sich zu den absoluten Höhepunkten. Wenn Sampson mit einer Sektflasche tanzt, hat das schon seinen ganz besonderen Reiz. Immer wieder brandet Applaus auf, das Publikum amüsiert sich köstlich.

Auch der Vater der Premieren-Julia ist nicht mehr nervös, sondern gut gelaunt und stolz. Ja, Romeo ist bemerkenswert, Julia ist zauberhaft. Aber jeder einzelne junge Schauspieler müsste erwähnt werden, denn jeder ist auf seine Art rollenfüllend, glanzvoll, einmalig.

So mancher Zuschauer wird überrascht von den schauspielerischen Qualitäten, die in ganz normalen Konfirmanden stecken können. Und trotz allem, was es bei der Tragödie um die Montagues und Capulets zu bedauern, zu betrauern, zu beweinen gibt, dank der außergewöhnlichen Inszenierung wird auch ganz viel gelacht.

Romeo und Julia müssen sterben, doch Shakespeares klassische Liebesgeschichte wird in Schwanenberg vor ungewöhnlicher Kulisse durch die geglückte Verbindung von alter und moderner Sprache, Rap, Tanz und Technik zu neuem Leben erweckt.

Wer auf der Bühne zu sehen war

Die Schauspieler: Mirko Schöll, Gerrit Roessink, Felix Trigiante, Jan-Chavez Henßen, Fabian Willemsen, Yannik Dürbaum, Sofia Gleesner, Hannah Wilms, Louisa Landmesser, Lukas Genenger, Anna Kowalschek, Matthias Friedrichs, Gerrit Morjan, Anton Borchers, Lisa Riedel, Felix Wilms, Tobias Moulen, Christian Jäger, Carina Hahn, Till Gilleßen, Jenny Sacher, Jan Büdding, Dustin Claßen.

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