Theater-Starter: Kater und Motte üben gemeinsam Rache

Von: hewi
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Das Puppentheater „Des Kaiser
Das Puppentheater „Des Kaisers neue Kleider” wurde im Rahmen der Reihe Theaterstarter in der Leonhardskapelle Foto: Koenigs

Erkelenz. „Es war einmal ein Kaiser, der hatte so viele Kleider wie Sterne am Himmel sind.” Das kommt einem bekannt vor, und tatsächliches handelt sich um das Märchen „Des Kaisers neue Kleider”.

Was die Berliner Schäfer-Wagner Produktion daraus gemacht hat, konnten die kleinen und großen Zuschauer zum Jahresauftakt in der Leonhardskapelle im Rahmen der Veranstaltungsreihe Theater-Starter erleben.

Und zu erleben gab es eine Menge. Nämlich einen kleinen Kater mit rosa Pullover, der sich am Kaiser rächen will, der ihm das Fell über die Ohren gezogen hat, um es als Pelzkragen zu tragen. Und eine große, immer hungrige Motte, auf deren Rücken der Kater zum Schloss des eitlen Kaisers fliegt, um die Rache wahr werden zu lassen.

Das Geschehen spielte sich klassisch als Puppentheater zwischen zwei dunklen Vorhängen ab.

Doch zu den Puppen kamen auch Pierre Schäfer und Daniel Wagner, die neben den Puppen als alte Märchenerzählerin und Kammerdiener in der Handlung mitmischten. Die Handlung ist ja weitestgehend bekannt.

Schäfer und Wagner hatten sie mit einer großen Prise Comedy und Humor gefüllt, die gerade den kleinen Zuschauern gerecht wurde. Dafür arbeiteten sie mit Klangeffekten und einer rasanten Dramaturgie, in der die Handpuppen mit den Schauspielern um die Wette blödelten.

Der Kater und die hungrige Motte schleichen sich nämlich als Weber am Hofe ein und versprechen eben jenes wundersame Tuch zu weben, das nur von intelligenten Menschen gesehen werden kann.

Aus diesem Tuch möchte der Kaiser eine Robe für seinen Geburtstag geschneidert bekommen. Das Problem ist natürlich, dass es den Stoff nicht gibt und sich die Motte einmal genüsslich durch die herbeigeschafften Bestandteile des Wunderstoffes gefuttert hat.

Der Schwindel fällt jedoch bekanntermaßen zuerst einmal nicht auf, weil vom Kammerdiener über den Minister bis hin zum Designer Pascal LAmour und dem Kaiser selbst jeder vorgibt, den Stoff tatsächlich zu sehen. Schließlich will man ja nicht als dumm dastehen.

Gespickt war die fantasievoll umgesetzte Handlung mit Running Gags und immer wiederkehrenden Kalauern, die auch bei der dritten Wiederholung ihre Lacher fanden.

Der Schwindel fliegt erst auf, als der Kaiser nackt vor sein Volk - in diesem Falle das Publikum - tritt. Da hat der Kater seine Rache, denn der Kaiser weiß nun, wie es ist, wenn man so ganz ohne Fell oder Kleidung dasteht.

Immerhin stellt der Kaiser fest, dass es durchaus angenehm ist, nackt herumzulaufen, weshalb er beschließt, dass künftig alle in seinem Reich ohne Kleider auskommen sollen. Da sind die Motte, der Kater und dessen neues Kätzchen jedoch schon längst auf dem Weg in ein weiteres Kaiserreich, um den Trick noch einmal abzuziehen und sich mal so richtig satt zu essen.

Das Publikum kam dabei durchaus auf seine Kosten. Die Älteren mochten die neue Interpretation des Themas und die Jüngeren ergötzten sich an dem Klamauk, den die Schauspieler und Puppen auf der Bühne veranstalteten, ohne je den Handlungsfaden zu verlieren.

Am Montag, 13. Februar, geht es um 14 Uhr im Rahmen von Theater-Starter in der Leonhardskapelle mit dem Maltheater „Der standhafte Zinnsoldat” für Kinder ab fünf Jahren weiter.
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