Theater Almenrausch: Gedächtnisverlust und grüne Hamsterpest

Von: Anna Petra Thomas
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Der Fall ist eindeutig: Schwes
Der Fall ist eindeutig: Schwester Gisela (Verena Schröders) und Dr. Julius (Ute Staas) diagnostizierten bei Wanda (Gabi Pommerening) die grüne Foto: Anna Petra Thomas

Wassenberg-Effeld. Da gehört schon Mut dazu: Mitten in den Herbstferien lud das Effelder Laientheater Almenrausch nicht nur wie gewohnt an zwei, sondern gleich an drei Abenden zu Aufführungen seines neuen Stücks ins Bürgerhaus ein und konnte sich fast dreimal über ausverkauftes Haus freuen. Nur bei der Premiere am Freitagabend waren nicht alle Plätze besetzt.

Wie gewohnt ging es auch in diesem Jahr lustig und vor allem verwirrend zu auf der wieder eindrucksvoll dekorierten Bühne, indem nicht einmal der Papagei (aus Plüsch) im Käfig fehlte. Im Mittelpunkt Opa Hugo (Tony Eyßen), dem Schwiegertochter Linda (Brigitte Nußbaum) seinen Besitz abschwatzen will. Sie hatte versprochen, ihn zu pflegen, will ihn aber nun aber in ein Heim verfrachten. „Opa Hugo - ein Fall für die Klapsmühle!?”, lautete der Titel des Schwanks in drei Akten von Erich Koch, den erneut Willy Ritterbecks mit den neun Effelder Laienschauspielern gekonnt auf die Bühne brachte.

Zunächst spielte Opa Hugo verrückt, um seine Schwiegertochter auf die Probe zu stellen. Bevor der Rest der Familie zum Frühstück kam, füllte er Zucker in die Kaffeemilch, Salz in die Zuckerdose, steinerne Eier in die Eierbecher, einen gehörigen Schuss Cognac in den Kaffee und „eine kleine Pfütze” aus seinem Nachttopf auf Lindas Stuhl. Sohn Fritz (Peter Hanrath) wurde schon beklatscht, kaum, dass er die Bühne betreten hatte - und die Begeisterung wurde noch größer, als er in seiner unverwechselbar humorvollen Art von seinem nächtlichen Ausflug in den Kühlschrank erzählte, den er im betrunkenen Zustand mit der Toilette verwechselt hatte.

Zwei entlaufene Irre

Noch turbulenter wurde es, als sich zwei entlaufene Irre, die sich als Arzt Dr. Julius (Ute Staas) und Schwester Gisela (Verena Schröders) fühlten, in Hugos Haus verirrten, um auch hier nach Opfern der grünen Hamsterpest zu suchen. Ihr erstes Opfer war Lindas Schwester Wanda (Gabi Pommerening). Hugos Enkel Bernd (Frank Virnich) bekam derweil Besuch von Freundin Doris (Katja Schmitz), die ihm verkündete, von ihm schwanger zu sein. Opa Hugo trieb derweil seinen Schabernack auf die Spitze, indem er mit Unterstützung von Freundin Gerda (Berti Hohnen) in Frauenkleidern auftauchte und verkündete, jetzt die weibliche Seite in sich ausleben zu wollen.

Als Schwester Gisela dann Hugo mit ihrer Bratpfanne eine Unbedenklichkeitsbescheinigung in puncto grüner Hamsterpest verpasste, verlor er tatsächlich sein Gedächtnis und erkannte nicht mal mehr seine Gerda wieder. Jetzt war er ein gefundenes Fressen für seine Lieben. Sie wollten ihm weismachen, dass er mit Wanda verheiratet sei, mit der Freundin seines Enkels ein Verhältnis habe, vor allem aber, dass sein Sohn tot sei.

Viel Lokalkolorit

Als Fritz dann tatsächlich als Engelchen verkleidet von der Decke auf die Bühne schwebte, war kein Halten mehr im Publikum - vor allem, als er dabei in der Premierenvorstellung sein beleuchtetes Haarkränzchen verlor, es mühsam wieder auf seiner blonden Lockenpracht befestigte und seinen Sprechtext um ein „Auch im Himmel jibet Technik” ergänzte.

Überhaupt verlieh er seinem Auftritt wieder viel Lokalkolorit, als er etwa seinem Vater, übrigens Bürgermeister von Steinkirchen, erzählte, dass er im Himmel Pastor Steinrath beim Grasen mit seinen Schäfchen gesehen habe.

Im dritten Akt drehte Hugo, wieder im Vollbesitz seiner geistigen Kräfte, den Spieß dann um. Er verpflichtete seine Gerda als Notar, vermachte seinen Besitz und 50 000 Euro seinem Enkel, weitere 100 000 Euro gingen ans Tierheim. Eine Glanzleistung legten in dieser Szenerie Dr. Julius und Schwester Gisela hin. Sie lebten nicht nur ihre Ticks weiter aus, sondern schauspielerten dabei zugleich auch noch äußerst gekonnt, völlig betrunken zu sein.
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