„The 10 Sopranos”: Schmaus für die Augen und für die Ohren

Von: hl
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Hückelhoven. 500 begeisterte Zuhörer erlebten in der Aula des Gymnasiums Hückelhoven einen Augen- und Ohrenschmaus, der am Schluss in Standing Ovations endete: „The 10 Sopranos” brachten ein buntes Programm auf die in schwarz-weiß-silber und mit viel Licht geschmückte Bühne, das mit seinen etwa 30 Titeln hauptsächlich aus dem Bereich von Musical, Pop und Gospel wohl niemand im Saal unbeeindruckt ließ.

Die zehn Sopranistinnen aus Musikschulen in ganz Europa entzückten sowohl als brillante Solistinnen als auch im harmonischen Chorgesang, bei dem die strahlenden Stimmen ihre ganze Kraft entfalten konnten.

Vielleicht hat es manchen überrascht, dass bei den einzelnen Titeln viel Religiöses zu hören war, vom traditionellen „Amazing grace” mit seinem Bekenntnis von der Sündhaftigkeit des Menschen bis zum Vaterunser auf Kisuaheli. Und da störte es auch kaum, dass Schuberts „Ave Maria” in der Nachbarschaft von „Mr. Sandman” zu hören war.

Zu Beginn des Konzertes in seidigen, schulterfreien Stoff gehüllt und nach der Pause in leuchtendes Rot, erschienen die Zehn zwischendurch bei Musik aus den amerikanischen Komödien „Sister Act” in Nonnentracht. Die Verwandlung von den gewissermaßen geschlechtsfreien Schwestern in erotisierende Vamps rief beim Publikum, vor allem bei deren männlichem Anteil, zusätzliche Verzückung hervor.

Womit wir auch bei einem wesentlichen Element der Music-Show wären: Es ging nämlich nicht nur um Akustik, sondern auch um Optik. Letztere wurde nicht nur durch die ansehnlichen Sopranistinnen selbst und durch ihre Garderobe geboten, sondern auch durch die effektvolle Lichtshow und nicht zuletzt durch die gelungene Choreographie, welche die inhaltlichen Aussagen der einzelnen Beiträge unterstützte.

Dass auch die kleine Band mit ihren beiden Keybordern und dem Drummer eine wichtige Rolle spielte und den musikalischen Gesamteindruck positiv verstärkte, sollte nicht unerwähnt bleiben. Welches Stück am besten ankam, hängt wohl ab von individuellem Geschmack und persönlichen Vorlieben. Insgesamt schienen die beiden Medleys am Ende der beiden Programmteile am besten zu gefallen: einmal ein Querschnitt mit Gesängen aus dem Musical „My Fair Lady” und zum Schluss Titel der schwedischen Popgruppe Abba. Und mit deren Song „Thank You For The Music” endete doppelt beziehungsvoll der offizielle Programmteil.

Der Beifall des Publikums schien sich von Programmpunkt zu Programmpunkt zu steigern, so dass nach stehendem Applaus am Schluss Zugaben unvermeidlich waren: Zunächst der Beatles-Song von Joe Cocker „With a little help from my friends” und dann sozusagen als Verabschiedung zur Nacht das Kindergebet „Abends, wenn ich schlafen geh” aus Humperdincks spätromantischer Oper „Hänsel und Gretel”, wobei die 14 Englein im Lied allerhand Mühe mit dem Einschlafenlassen gehabt hätten angesichts der zehn auf der Bühne.
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