Teverener Heide: Idyllen zwischen Moor und Heideland

Von: Sarah Sillius
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Der Christopherussee in der Teverener Heide gilt als besonders nährstoffarm. Hauptbewohner ist der Zwergtaucher. Foto: Sarah Sillius

Geilenkirchen-Teveren. Die dritte Etappe des Spaziergangs mit Landschaftspfleger Lars Delling führt zu den Tonseen der Teverener Heide. Malerisch und idyllisch fügen sie sich ein in das vielfältige Naturschutzgebiet, zwischen Moor-, Dünen- und Weidelandschaften.

Noch bis in die 90er-Jahre bildete der Ton-, Kies- und Sandabbau einen wichtigen Wirtschaftszweig in der Teverener Heide. Mit dem Tagebau wurden die Gebiete nicht nur teilweise zerstört, sondern auch um wertvolle Lebensräume erweitert. So haben die Bagger riesige Abbaugruben hinterlassen, in denen sich Teiche und Seen gebildet haben - dort, wo noch Tonlagen erhalten waren, die den Untergrund abdichten.

Kurz vor dem Christopherussee, der für Lars Delling eines der schönsten Exemplare der Seenlandschaft darstellt, weist er auf den „Heidemann” hin: eine bewegliche Skulptur, die seit dem Frühjahr 2009 dazu einlädt, die Heide mit einem interaktiven Zuordnungsspiel besser kennen und verstehen zu lernen.

Doch nun auf zum Christopherussee: Er gilt als besonders nährstoff- und basenarm. „Das ist sehr selten und fördert eine eigene, besondere Vegetation zu Tage”, erklärt der Landschaftspfleger mit einem Blick auf den von Grün umrahmten See, in dem sich umliegende Gräser und Bäume spiegeln. „Die Gehölze direkt um den See herum wurden entfernt, damit keine störenden Nährstoffe eindringen,” sagt Delling. Entstehen aufgrund der intensiven Abholzung nicht Konflikte mit der Forstwirtschaft? „Wir haben zwar zwei verschiedene Sichtweisen, aber wir einigen uns. An manchen Stellen wird eben Forstwirtschaft, an anderen Heidelandschaft gefördert”, antwortet der Mitarbeiter der Unteren Landschaftsbehörde Kreis Heinsberg.

Ohne die umliegenden Kiefern können die Ufergürtel des Sees und die ansässigen Libellenarten ungestört wachsen. Der Hauptbewohner des Sees, der Zwergtaucher, hat seine Leibspeise, die Larven der Gemeinen Smaragdlibelle, so sicher. Friedlich schwimmt er über den See, taucht zwischendurch unter und kann unter Wasser sogar Fische fangen - ganz im Gegensatz zu den Menschen. „Das Angeln ist, genauso wie das Baden im See, streng verboten”, sagt Delling. Auch in diesem Lebensraum muss die Vegetation geschützt und gefördert werden.

Empfindliche Lebensräume

Die Ufersäume sind empfindliche Lebensräume, die nicht betreten werden dürfen. So benötigt der kleine Zwergtaucher das Röhricht am Gewässerrand. Dort legt er sein Nest an, eine schwimmende Insel aus Blättern und Stängeln.

Die gleichen Regeln gelten für die übrigen Seen, wie den Kiefernsee. Die umliegenden Kiefern an den Ufern wurden weggenommen und zu verrottbaren Stapeln zusammengelegt, weil sie zu viel Schatten spendeten. Der Name des Sees ist also nun nicht mehr als ein Relikt vergangener Tage.

Eine Bank nahe des Kiefernsees lädt zum Verweilen ein. Von dort aus ist auch die Glockenheide am Ufer zu erkennen, die wir schon auf der ersten Station unseres Spaziergangs kennen gelernt haben. „Auch Pflanzen der Moore kommen hier durch”, erläutert Delling die fließenden Übergänge zwischen den Lebensräumen.

Doch es gibt nicht nur die großen, tiefen Seen. Delling spaziert weiter zu „einem temporärem Gewässer”, dem Heidesee, der im Sommer austrocknet und derzeit kaum als stehendes Gewässer zu erkennen ist.

Der Heidesee ist, sofern er nicht gerade trocken liegt, in der Teverener Heide besonders bei den Erdkröten beliebt, hier wurden die meisten ihrer Art auf ihrer Wanderschaft beobachtet.

Am Rande des Heidesees verweist Lars Delling auf die heranwachsenden Kiefern. Sie drohen das Landschaftsbild wieder einzunehmen. Es ist eine verblüffende Vielfalt, die die Seenlandschaft und die gesamte Teverener Heide bietet. Eine Vielfalt, die nur erhalten bleibt, wenn sie weiterhin von Menschenhand gepflegt, geschützt und geachtet wird.

Der Seenrundweg

Der 7,1 Kilometer lange Seenrundweg lädt zu einer eigenen Entdeckungsreise ein.

Er führt vorbei am Welterteich und Eichenteich, am Wiggelewak, Rohrkolbensee und Teewensee, Kiefernsee, Schwalbensee und den Jochimsteichen, an denen es eine Kanzel zur Naturbeobachtung gibt.

Dies ist der dritte und letzte Teil unserer Serie über die Teverener Heide.
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