Teures Pflaster: Gehwege müssen neu verlegt werden

Von: Norbert F. Schuldei
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Bei der Bepflasterung der Park
Bei der Bepflasterung der Parkhofstraße mit edlem Blaustein wurde nicht gespart. Doch jetzt könnte es sein, dass die Stadt erneut tief in die Tasche greifen muss. Foto: Schuldei

Hückelhoven. Sie kennen die Geschichte vom „Blaumilchkanal”? Das ist die Bürokratie-Satire von Ephraim Kishon, in der ein gutmütiger Irrer den Boulevard in Tel Aviv mit einem Presslufthammer bearbeitet und damit eine Lawine grotesker Unmöglichkeiten auslöst.

Nein, Hückelhoven ist ganz gewiss nicht Tel Aviv; es gibt hier weder einen Kasimir Blaumilch noch in der Verwaltung eine „Abteilung für Reparaturen an den Hauptverkehrsstraßen”, wie sie in Kishons „Der Blaumilchkanal” für bizarre Situationen sorgen. Aber ein gewisses Maß jener fiktional-alltäglichen Absurditäten scheint in Hückelhoven in diesen Tagen Wirklichkeit geworden zu sein: Teile des unteren Teils der Parkhofstraße nämlich, gerade erst gründlich saniert und fein und kostspielig mit Blaustein aufgemöbelt, werden wieder aufgerissen.

Nicht nur, weil dies im Zuge des genau geplanten Abrisses des alten Bitter-Möbelgeschäftes und des damit verbundenen Neubaus eines Einkaufszentrums nötig geworden ist.

Dies sicher auch - denn es müssen im Verlauf dieser Arbeiten eine ganze Reihe von Hausanschlüssen neu verlegt werden.

Aber auch ohne diese baulich bedingten Maßnahmen hätten die Gehwege rechts und links der Parkhofstraße von der Einmündung Haagstraße bis etwa zur Einmündung Melanchthonstraße partiell neu verlegt werden müssen. Im Winter nämlich haben sich dort Platten in die Höhe gehoben, beziehungsweise in den Boden abgesenkt.

„Da ist in den kalten Monaten mit dem Tauwasser Salz eingedrungen und hat die Platten in der Folge gelupft”, sagt Hückelhovens Technischer Beigeordneter Dr. Achim Ortmanns. „Sowohl technisch wie rechtlich befinden wir uns derzeit in einer ungeklärten Gesamtsituation”, so Ortmanns. Deshalb wolle man „die im Zuge der anstehenden Baumaßnahmen für das neue Einkaufszentrum notwenigen Verlegungen von Versorgungsleitungen nutzen, um den bestehenden Untergrund der Blausteinplatten zu verbessern. Damit die Platten sich auch nach strengem Frost in Zukunft nicht mehr heben.”

Die Straße müsse ohnehin aufgemacht werden. Ortmanns weiter: „Wir machen das auch vorsorglich, weil wir vor dem nächsten Winter klare Verhältnisse haben wollen.”

Das neue Einkaufzentrum an der Stelle des alten Bitter-Möbelhauses wird rund zwei Meter weiter zurück liegen als das bisherige Bauwerk. In diesem Bereich also hätten die Gehwegplatten ohnehin wieder neu verlegt werden müssen.

Auf der anderen Seite der Straße, also in Höhe der alten Friedhofsmauer, dagegen sind keine Baumaßnahmen geplant. Auch dort freilich muss der Gehweg teilweise aufgerissen werden. „Im Park selbst allerdings”, das versichert der Beigeordnete, „wird nichts gemacht. Da haben wir im Winter nix festgestellt.”

Es stellt sich die Frage: Wer trägt die Schuld an der Misere? Der Bauunternehmer oder das Tiefbauamt der Stadt? Diese Frage wird vor Gericht geklärt werden müssen, das Verfahren läuft. Über den Streitwert, sagt der Beigeordnete, gebe es „zwischen dem ausführenden Bauunternehmer und der Stadt Hückelhoven natürlich unterschiedlich Meinungen”.

Mehr könne er im Augenblick nicht sagen, da es sich um ein schwebendes Verfahren handelt.
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