Kreis Heinsberg - Telefonseelsorger haben bei Ängsten ein offenes Ohr

Telefonseelsorger haben bei Ängsten ein offenes Ohr

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Pfarrerin Kirsten Prey, Superintendent Jens Sannig, Margot Kranz, Regionaldekan Gottfried Maria Graaff, Pfarrerin Ulrike Grab sowie Annemie Houben und Niklas Trockel, die den Gottesdienst musikalisch begleiteten.

Kreis Heinsberg. Sie waren in der Heinsberger Christuskirche gewissermaßen unter sich – die Mitarbeitenden der ökumenischen Telefonseelsorge (TS) Düren-Heinsberg-Jülich, und das aus gutem Grund: Ihre Arbeit am Telefon geschieht absolut anonym. Folglich wurden die zehn neuen Mitarbeiter in einem ökumenischen Gottesdienst im kleinen Kreis in ihren Dienst eingeführt.

Mit dabei Regionaldekan Gottfried Maria Graaff für den katholischen Träger der TS und Superintendent Pfarrer Jens Sannig für den evangelischen Träger sowie die beiden Supervisorinnen, die den Ausbildungskurs begleitet hatten.

„Wenn das Herz in Angst und Traurigkeit erlebt, versinkt die Seele in der Dunkelheit der Nacht.“ Dieser Lebenserfahrung, so der Regionaldekan in seinem Grußwort, setzen die Mitarbeitenden der TS ein offenes Ohr, Aufmerksamkeit und Zuwendung für die Anrufenden entgegen. Sie erfüllen damit den Auftrag, den jeder Christenmensch in der Taufe erhält, und zu dem ihm der Heilige Geist die Kraft schenkt: für den Mitmenschen da zu sein, ihn zu ermutigen. Für diesen wichtigen und oft schwierigen Dienst dankte der Geistliche den Mitarbeitenden der TS.

Für den evangelischen Kirchenkreis Jülich überbrachte Superintendent Jens Sannig Grüße und Segenswünsche. Es sei nicht selbstverständlich, dass an allen Tagen des Jahres rund um die Uhr jeweils ein Mensch am Telefon bereit sei, zuzuhören und zu helfen. Die Mitarbeitenden als „Ohr Gottes“ verwirklichten die Tageslosung aus dem 142. Psalm: „Wenn mein Geist in Ängsten ist, so nimmst du dich meiner an.“ In Ängsten und Dunkelheiten des Lebens könne die Seelsorge, einer der ursprünglichen Aufträge der Kirche, Situationen verändern und neue Perspektiven eröffnen. Er dankte den Mitarbeitenden herzlich für ihren Dienst und wünschte auch den Neuen Gottes Segen.

Pfarrerin Ulrike Grab vom Kuratorium der Telefonseelsorge Düren-Heinsberg-Jülich beauftragte sechs Männer und vier Frauen nach absolvierter intensiver Ausbildung und stellte sie damit offiziell an die Arbeit. „Es ist ein Geschenk und eine Kunst, ein offenes Ohr zu haben und die richtigen Worte zu finden“, so die Pfarrerin aus Düren. Die hörende Haltung sei gegründet in dem Vertrauen, dass Gott uns in den Grenzsituationen des Lebens verbindet, hält und trägt – an beiden Enden der Telefonleitung.

Alle neuen Mitarbeitenden erhielten eine Urkunde und anschließend von der Leiterin der TS, Margot Kranz, einen Schlüsselanhänger mit einem „Teilzeitengel“ für den Schlüssel zu den TS-Räumen, den jede Mitarbeiterin und jeder Mitarbeiter besitzt. Sie habe die Ausbildungsgruppe, die jetzt ihren Dienst antrete, als lebendig, heterogen, neugierig, aufmerksam, wertschätzend und gegenseitig schützend erlebt – und das sei eine gute Voraussetzung für den Dienst am Telefon. Leitung und Beirat der TS brachten gute Wünsche und die Freude darüber zum Ausdruck, dass die neuen Mitarbeitenden jetzt zur Gemeinschaft der Telefonseelsorge dazu gehörten.

Pfarrerin Kirsten Prey, stellvertretende Leiterin der TS, legte die Geschichte von Mose und seiner Begegnung mit Gott im brennenden Dornbusch aus. Er sei ein Gott mitten im Alltag. Ein Gott, der da sei, und der auch in Zukunft da sein werde und mitgehe. „Mit Mose und Israel. Mit den Anruferinnen und Anrufern. Mit mir. Mit dir. Mit Ihnen.“ Und der dabei sei, wenn es zwischen Anrufenden und Mitarbeitenden zu Gesprächen am Telefon komme.

„Streng genommen muss ich da als Mitarbeiterin, als Mitarbeiter so gar nichts Besonderes sein. Ich muss niemanden retten, ich muss keine tollen Ideen haben. Denn Gott beruft sich nicht auf meine Kompetenz als TSlerin oder TSler, wenn er in Gesprächen am Telefon mit dabei ist.“ Will heißen: Mitarbeitende und Anrufende sind in der Gegenwart Gottes geborgen und gut aufgehoben.

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