Telefonisch unterstützte Wiederbelebung: Beste Chancen in Heinsberg

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Kreis Heinsberg. Mit bis zu 100.000 Fällen pro Jahr steht der plötzliche Herztod an Platz drei der häufigsten Todesursachen in Deutschland. Bricht jemand mit Herz-Kreislauf-Versagen zusammen, ist schnelle Hilfe nötig. Doch nur wenige Menschen können und wollen bis zum Eintreffen von Rettungswagen und Notarzt auch helfen – meist aus der Scheu heraus, etwas falsch zu machen.

Lebenswichtige Minuten verrinnen: Denn schon nach fünf Minuten ohne Wiederbelebungsmaßnahmen – und damit ohne Sauerstoffversorgung – kann es zu bleibenden Schäden im Gehirn kommen. Die Chance zu überleben, steigt durch eine sofortige Herzdruckmassage um das Zwei- bis Dreifache.

Rettungskette muss funktionieren

Der Erfolg der Behandlung hängt vom Funktionieren der gesamten Rettungskette ab. Diese umfasst neben dem medizinischen Fachpersonal eben auch Laien, die in einem Notfall oft zuerst und alleine vor Ort sind, aber auch die kontaktierte Rettungsleitstelle. Die Leitstelle kann den Ausgang der Wiederbelebung entscheidend und wirkungsvoll beeinflussen, sagen Fachleute. Dass es so ist, zeigen neueste Zahlen aus dem Kreis Heinsberg.

Durch die Aufzeichnung aller Fallzahlen im Deutschen Reanimationsregister wird nachgewiesen, dass der Bürger im Kreis Heinsberg die größte Überlebensrate nach ­einer telefonisch angeleiteten Reanimation in Nordrhein-Westfalen aufweist.

„Das ist für uns eine sehr erfreuliche Nachricht“, stellten Ordnungsdezernent Ludwig Schöpgens und Ordnungsamtsleiter Reinhold Lind fest, die Landrat Stephan Pusch diese positiven Zahlen überbringen konnten. Sie ergaben sich im Rahmen einer erneuten Überprüfung zum Qualitätsmanagement der Leitstelle. Der Leitstellenverbund der Kreise Kleve, Neuss, Viersen und Heinsberg war 2013 vom TÜV-Nord in Bezug auf das Qualitätsmanagement zertifiziert worden.

In diesem Jahr stand die erneute Überprüfung an. Dabei wurde unter anderem ein kompletter Arbeitstag der Leitstelle des Kreises Heinsberg in Erkelenz untersucht. Nicht nur die Prozessanleitungen, sondern auch die konkreten Fallzahlen vieler interner Projekte wurden aufgezeigt und bewertet.

Ein Teilaspekt war, dass die im Kreis Heinsberg eingeführte und praktizierte Anleitung zur telefonischen Reanimation durch den Einsatzbearbeiter in der Leitstelle die Überlebenschancen bei plötzlichem Herz-Kreislauf-Versagen deutlich erhöht.

Dass diese im Kreis Heinsberg einen solchen Erfolg aufweist, stützt die Bemühungen der bundesweit in der Deutsche Gesellschaft für Anästhesiologie und Intensivmedizin (DGAI) organisierten Mediziner, die unter anderem auch das Deutsche Reanimationsregister betreiben. Sie fordern eine möglichst sofort einsetzende Reanimation durch Laien – in der Regel dann mit telefonischet Anleitung seitens der Leitstellen.

Im Deutschen Reanimationsregister ist seit 2014 ein Zusatzmodul zum Qualitätsmanagement der Telefonreanimation integriert und liefert verlässliche Zahlen und Fakten.

Landrat Stephan Pusch zeigte sich beeindruckt: „Dieses Ergebnis zeigt, dass ein gut organisiertes Qualitätsmanagement nicht nur interne Abläufe steuert, sondern auch große Wirkung auf den hilfesuchenden Bürger entfaltet.“

Darüber hinaus zeigt der aktuelle Bericht des TÜV-Nord nach Angaben der Kreisverwaltung, dass die Leistelle des Kreises Heinsberg die bei der erstmaligen Zertifizierung 2013 aufgezeigten Verbesserungsmöglichkeiten wahrgenommen hat und ihr Managementsystem wirkungsvoll weiterentwickelt hat.

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