Technisch gleichauf, wenn nicht sogar weiter

Von: hewi
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Beim Besuch in Arsames wurden
Beim Besuch in Arsames wurden die vier Auszubildenen aus dem Kreis Heinsberg und ihre Betreuer von den russischen Freunden, die zuvor im Kreis Heinsberg gewesen waren, herzlich aufgenommen.

Kreis Heinsberg. Eine Woche lang waren vier Auszubildende aus dem Kreis Heinsberg in Begleitung ihrer Ausbilder und eines Fachlehrers zu Gast im russischen Arsamas. Zuvor war eine ähnlich bestückte Delegation aus Russland bei den deutschen Azubis zu Gast. Die Heimreise ins 2000 Kilometer entfernte Arsamas traten sie gemeinsam an.

Ins Leben gerufen wurde dieser internationale Jugendaustausch im Jahr 2001 von Willi Engels im Namen der Kreishandwerkerschaft. Heute leitet er den Verein „Jugend aktiv”. Unterstützer fand er schnell in der Kreissparkassen-Stiftung für Völkerverständigung. So konnten mittlerweile fünf gegenseitige Besuche organisiert werden.

Bei einem Gesprächstermin in der Zentrale der Kreissparkasse Heinsberg in Erkelenz berichteten die Heimkehrer über ihre Eindrücke. Allem voran sprachen sowohl Azubis als auch Ausbilder von der großen Herzlichkeit, mit der sie empfangen wurden.

„Dabei geht Gastfreundschaft in Russland durch den Magen”, konnte der stellvertretende Obermeister Andreas Tischbein berichten. Bei einem Besuchsnachmittag mit drei Stationen gab es auch jedes Mal Kaffee und Kuchen, „bis nichts mehr reinging”.

Cathrin Sildatke wurde mitten in einen Umzug hineinquartiert. „Das haben aber alle ganz entspannt gehandhabt”, erinnerte sie sich. Kurzerhand zog die angehende Bürokauffrau ins Gästehaus der Schule. Rückblickend ist sie sich mit ihren drei Kollegen einig, dass das duale Ausbildungssystem, wie es in Deutschland praktiziert wird, seine Vorteile hat.

„Die praktische Ausbildung im Betrieb findet in Russland nicht statt”, erklärte der Auszubildende Andreas Ott. Neidlos anerkennen musste er ebenso wie die Ausbilder Tischbein und Karsten Groob, dass die Schule in Arsamas, in der ausgebildet wird, über eine moderne und wegweisende technische Bestückung verfügt. „Da kommt unter anderem ein Schweißsimulator zum Einsatz, von dem wir hier nur träumen können”, betonte Tischbein. Dafür nehme man es mit der Ausführung beim eigentlichen Handwerk nicht so genau. „Es wird mit viel Liebe zur Improvisation gearbeitet”, hob Groob anerkennend hervor.

Im Vergleich zu dem, was Elektromeister und Obermeister der Innung für das Elektrogewerbe Hans-Peter Tholen vor acht Jahren bei einem Besuch in Arsamas an Technik vorgefunden hatte, sei man dort heute „gleichauf mit uns, wenn nicht sogar ein Stück weiter”.

Fasziniert war Oberstudienrat Jörg Moss vom Geilenkirchener Berufskolleg von der Disziplin, die an den Schulen herrscht. Da die Azubis den ganzen Tag an den Schulen verbringen, gibt es auch ein vielseitiges Freizeitangebot, an dem die Jugendlichen teilnehmen müssen.

Laura Storms betonte, dass der Abschied nach einer Woche schon schwergefallen sei. Mit ihrer russischen Gastgeberin stehe sie regelmäßigem Mailkontakt. Beim Abschied, der sich über eine Stunde hinzog, flossen auch Tränen, wie die beiden jungen Frauen einräumten. Von Arsamas ging es mit dem Bus noch einige Stunden bis nach Moskau, von wo aus der Heimflug angetreten wurde.

Dr. Richard Nouvertné, Vorstandsmitglied der Kreissparkasse, würdigte das Engagement der Organisatoren und bezeichnete den Austausch der Auszubildenden als einen „wichtigen Schritt zur Völkerverständigung”.
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