Teamzeitfahren: Andreas Beikirch weiß, wie weh das tun kann

Von: disch
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Andreas Beikirch war ein erfolg­reicher Bahnradfahrer. Foto: imago/Olaf Wagner
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Andreas Beikirch fuhr aber auch auf der Straße Siege ein. Foto: imago/Schwenke

Selfkant-Hillensberg. „Ich weiß, wie weh das tun kann“, sagt Andreas Beikirch, der ehemalige Bahnrad- und Straßenradrennfahrer, wenn er auf Mannschaftszeitfahren angesprochen wird.

Der 46-jährige Ex-Profi hat in seiner im Jahr 2010 beendeten Karriere auf der Bahn zehn deutsche Meisterschaften, einen EM-Titel und vier Sechstagerennen gewonnen und auf der Straße Rennen wie Tour de Neuss, Rund um Jülich, City Night in Hamm und das Kriterium in Rheydt sowie jeweils eine Etappe beim Grand Prix Cycliste de ­Beauce in Kanada und bei der Niedersachsen-Rundfahrt. Am Freitag wird er bei der Passage der Eneco-Tour durch Hillensberg in der heißen Phase des Rennens vor Ort als Co-Kommentator fungieren.

BMC, Etixx, Movistar, Orica und Astana werden als Favoriten gehandelt für dieses Zeitfahren. Wer gewinnen will, für den gilt laut Beikirch die Devise: „Vollgas fahren!“ Und wichtig sei, „dass es rund läuft“. Eine Mannschaft müsse so homogen wie möglich agieren. Ohne großes Rucken bei den Wechseln.

Nach wenigen Kilometern sei in einem Team meist klar, wer an diesem Tag gute Beine habe und etwas mehr Führungsarbeit leisten könne und wer nicht. Wenn es einmal rolle, dann sei es eigentlich ein Selbstläufer, dann könne es sogar Spaß machen. Wichtig sei aber auch, dass eine Mannschaft geschlossen über eine solche Steigung wie in Hillensberg komme, der Schwächste nicht zurückbleibe – auch wenn die Uhr für die Teamwertung nicht nach dem achten und letzten Fahrer gestoppt wird, sondern nach dem vierten.

Den Stellenwert der Eneco-Tour schätzt Beikirch hoch ein. Sie ist das vorletzte der 27 Rennen im World-Tour-Kalender. Für viele Teams diene sie als Test für die Weltmeisterschaften, die im Oktober in Doha (Katar) ausgetragen werden. Andererseits gehe es für den einen oder anderen Fahrer vielleicht noch um einen Vertrag für 2017. Und für die Niederländer und Belgier sei es ohnehin ein Heimrennen. Beikirch ist davon überzeugt: „Die werden rasen!“

Beikirch, der in der Gemeinde Titz lebt und in Mönchengladbach-Rheydt beim Versorgungsunternehmen NEW im Gebäudemanagement arbeitet, ist selbst heutzutage mit dem Mountainbike unterwegs, allerdings eher wenig, wie er einschränkt. Da versuche er, seine Frau Melanie abzuhängen, was allerdings schwierig sei; sie kommt ebenfalls aus dem Radsport.

Nach all den Skandalen der Vergangenheit hält er – von außen betrachtet – diesen Radsport für transparenter und sauberer als früher. Beikirch, der nie positiv getestet wurde, betont, dass jeder für sich selbst verantwortlich sei, letztlich könne er mit denen, die sich durch Doping gesundheitliche Schäden zugefügt hätten, kein Mitleid empfinden. Aber eine weiße Weste des Sports gibt es seiner Ansicht nach grundsätzlich nicht, verweist er zum Beispiel auf Wettmafia im Fußball oder Doping in der Leichtathletik.

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